Katze | Intensivmedizin 21.04.2017

Taugt Laktat als Prognostikum?

Bei schwer kranken Patienten ist es häufig schwierig vorauszusagen, ob sich das Tier wieder erholen wird. Amerikanische Forscher fanden jetzt heraus, dass Laktat ein guter Indikator für die Prognosestellung bei Katzen sein kann.

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Bei Katzen, die intensivmedizinisch betreut werden, sacken häufig die Blutdruckwerte ab. Solche Tiere können Probleme haben, sauerstoffreiches Blut zu den Geweben zu transportieren - eine Unterversorgung der Organe ist möglich. Hypoxische Zustände sind gefährlich und werden durch erhöhte Laktatwerte angezeigt. Untersuchungen aus der Humanmedizin und bei Hunden haben erste Hinweise geliefert, dass Menschen bzw. Tiere mit niedrigem Blutdruck aber normalen Laktatweren eine bessere Chance auf eine Entlassung aus der Klinik haben, als solche mit hohem Laktat. Wie sieht es bei der Katze aus?

Die Auswertung retrospektiver Daten durch Veterinärmediziner der Universität Pennsylvania hat gezeigt, dass dies auch für feline Patienten zutrifft. Hypotensive Katzen mit Blutdruckwerten unter 90 mmHG aber normalen Laktatwerten hatten eine Fünf-Tages-Überlebensrate von 57 Prozent, im Gegensatz zu 17 Prozent der Tiere mit niedrigem Blutdruck und hohen Laktatwerten. Ein interessantes Ergebnis, auch wenn die Aussage aufgrund des retrospektiven Designs limitiert ist.

Natürlich muss auch weiterhin das Tier als Ganzes und in erster Linie das klinische Befinden berücksichtigt werden. Nur weil eine Katze, die schwer krank wirkt, normale Laktatwerte hat, ist die Prognose nicht gut. Die Milchsäurewerte sollten eher als Puzzlestein gesehen werden, die das Bild über das Befinden des Tieres vervollständigen.

Auch die richtige Ernährung kann die Prognose von Intensivpatienten stark beeinflussen.Doch wie viele Kalorien benötigen diese Tiere überhaupt? Welches Futter eignet sich für sie und wie können Futterverweigerer ernährt werden?

Was es dabei zu beachten gibt, erfahren Sie vom Experten René Dörfelt am 2. August 2017 im virtuellen Klassenraum „Ernährung von Intensivpatienten“. Zur kostenfreien Anmeldung kommen Sie hier. (lp)