Künstliche Befruchtung | Pferd 12.07.2017

Durchbruchhengst VISCI

Wissenschaftlern ist es gelungen, aus kryo-konservierten Eizellen ein Fohlen zu erzeugen.

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Foto: ictureguy32 – Fotolia.com

Am 12. Mai 2017 wurde an der veterinärmedizinischen Fakultät in Belgien das Hengstfohlen VISCI geboren. Der Name des Sprösslings steht für die zwei reproduktionsmedizinische Methoden, durch die er, als Mittelpunkt eines Forschungsprojektes der Universität, entstanden ist: Vi für Vitrifikation und ISCI für die intrazytoplasmatische Spermieninjektion. Die Vitrifikation ist eine Methode zur Kryokonservierung von Eizellen, wobei die Oozyten ultraschnell eingefroren werden. Sie ermöglicht die Lagerung immaturer Eizellen und ist in der Pferdemedizin bis dato nicht etabliert.

Im Falle des belgischen Forschungsprojekts, das unter Leitung der Professorin Ann Van Soom durchgeführt wurde, stammten die Oozyten von equinen Ovarien aus dem Schlachthof. Diese wurden nach der Vitrifizierung für eine Woche gelagert, per ISCI befruchtet und nach neuntägiger Inkubation im Embryozentrum Diergaerderhof in den Niederlanden in eine Stute verpflanzt – mit Erfolg. Das Tier wurde tragend und das Fohlen geboren. Die Wissenschaftler sehen in der Geburt des kleinen Hengstes einen weiteren Durchbruch im Hinblick auf die künstliche Befruchtung beim Pferd. Mit der Vitrifizierung wird es möglich sein, unreife Eizellen zu lagern und zu transportieren, was für die Besitzer ein größeres Maß an Flexibilität bedeutet. Auch für den Erhalt gefährdeter Wildtierarten ist die Methode interessant. Allerdings wird es noch Zeit brauchen, bis die Methode klinisch anwendbar wird, da sich bisher nur wenige vitrifizierte Eizellen zu Embryonen entwickeln. lp