Praxisführung | Gehaltsextras 27.11.2015

Mehr Netto für die Mitarbeiter

Gehaltserhöhungen, die von Steuern und Sozialabgaben aufgezehrt werden, motivieren nur wenig. Eine Alternative sind steuerfreie Gehaltsextras.

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Steuerfreie Gehaltsextras sind nicht nur für festangestellte Mitarbeiter "reserviert". Auch Praxisaushilfen, die als Minijobber auf 450-Euro-Basis arbeiten, dürfen Jobtickets, Einkaufsgutscheine oder ähnliche Zuwendungen beziehen. Um in den Vorteil der Steuerfreiheit zu kommen, dürfen Bestandteile des Lohns jedoch nicht einfach in ein Gehaltsextra umbenannt werden. Wie der Name schon sagt, muss das „Extra“ wirklich auf den Lohn draufgeschlagen werden. Dabei sind zwei Modelle zu unterscheiden: Es gibt Gehaltsanteile, die vollständig steuer- und sozialversicherungsfrei sind, und andere, die zumindest steuerlich begünstigt sind. Bei diesen übernimmt der Arbeitgeber die Lohnsteuer, die dafür nur pauschal zu einem abgesenkten Satz anfällt.

Praxisinhaber können ihren Mitarbeiterinnen sogenannte Sachbezüge bis zu einem Wert von 44 Euro im Monat zukommen lassen. Darunter fallen zum Beispiel Jobtickets für die Busfahrt in die Praxis oder Benzingutscheine für diejenigen, die mit dem Auto kommen. Haben die Angestellten selbst Tiere, können Praxisinhaber ihnen auch Impfstoffe, Salben oder Medikamente im Wert von bis zu 44 Euro im Monat überlassen. Auch Gutscheine fürs Fitnessstudio oder Einkaufsgutscheine für eine Drogerie sind Sachwerte – unter der Bedingung, dass die Mitarbeiterin tatsächlich einen Gutschein bekommt und keinen Anspruch auf die Zahlung von 44 Euro in bar hat.

Kauft der Praxisinhaber beim örtlichen Verkehrsbetrieb ein Jobticket für seine Angestellten, das teurer als 44 Euro im Monat ist, muss er sich die Differenz erstatten lassen. Und: Die Sachzuwendungen müssen tatsächlich monatlich ausgezahlt werden. Es ist nicht möglich, einmal im Jahr einen höheren Betrag zu überweisen, der aufs Jahr berechnet 44 Euro im Monat nicht übersteigt. Ein Jahresticket für die Bahn ist also problematisch! Unter den steuerfreien Sachbezug fällt das nur, wenn der Arbeitgeber monatlich eine Fahrkarte überreicht oder zumindest eine Marke, die jeden Monat ins Ticket geklebt werden muss.

Haben die Mitarbeiterinnen Kinder, die noch nicht zur Schule gehen, kann sich der Arbeitgeber an den Kosten für den Kindergarten beteiligen. Er kann sie anteilig oder bis zur vollen Höhe übernehmen. Allerdings sollten die Mitarbeiterinnen zuvor prüfen, ob das für sie im Ergebnis günstiger ist, als wenn sie die Betreuungskosten in der Steuererklärung als Werbungskosten ansetzen.

Ein reguläres Urlaubsgeld wird bis zur Hälfte von Steuern und Abgaben aufgezehrt. Eine Alternative kann da sein, dem Mitarbeiter stattdessen eine Erholungsbeihilfe zu überweisen. Der Arbeitgeber muss darauf zwar Steuern abführen, jedoch nur pauschal 25 Prozent. Der Praxismitarbeiter muss hingegen keine Abgaben leisten, für ihn ist brutto gleich netto. Ein Chef darf seinem Angestellten 156 Euro pro Jahr als Erholungsbeihilfe zahlen, zusätzlich 104 Euro für den Ehegatten und 52 Euro für jedes Kind.

Ein ebenfalls steuerbegünstigtes, wenn auch nicht ganz steuerfreies Gehaltsextra ist der Fahrtkostenzuschuss. Anders als beim Jobticket oder Benzingutschein, den der Arbeitgeber auf seinen Namen kauft und der Mitarbeiterin oder dem Mitarbeiter dann überlässt, gibt er hier einen monatlichen Betrag zu den Fahrtkosten dazu. Dieser Zuschuss muss versteuert werden, jedoch nur pauschal mit 15 Prozent. Im Einzelfall sollte der Mitarbeiter aber von einem Steuerberater prüfen lassen, ob dieses Modell für ihn günstiger ist, als wenn er die Fahrtkosten in der Steuererklärung voll als Werbungskosten ansetzt.

Elke Spanner