Kleintierpraxis Newsletter 08.07.2014

Toxoplasmose: Risiko für den Menschen

Toxoplasmose ist eine Erkrankung mit hoher Prävalenz, die durch das Protozoon Toxoplasma gondii hervorgerufen wird. Obwohl der Erreger beim Tier kaum zu klinischer Symptomatik führt, stellt er für den Menschen ein potenzielles Risiko dar.

 - 
Foto: Nicole2/pixelio.de

Der einzige Endwirt für Toxoplasmen ist die Katze. Sie infiziert sich über die Aufnahme von Nagetieren oder rohes Fleisch, das Entwicklungsstadien des Einzellers enthält. Im Dünndarm der Katzen findet der intraintestinale Lebenszyklus des Parasiten statt. Infektiöse Oozysten werden mit dem Kot ausgeschieden. Über infiziertes Wasser oder Futter gelangen die in der Umwelt sporulierten Eier in den Zwischenwirt (alle Warmblüter kommen infrage). Dort vollziehen sie den extraintestinalen Lebenszyklus, der über geschlechtliche und ungeschlechtliche Teilung zur Bildung von Gewebezysten führt. Klinische Manifestationen der Erkrankung bei Katzen sind selten. Dennoch kann es zu leichten Durchfällen, aber auch zu einer durch Myositis hervorgerufenen generalisierten Hyperästhesie, sowie neurologischen Problemen kommen. Intrauterine Infektionen von Katzenwelpen führen zur Geburt toter oder lebensschwacher Welpen.

Eine Infektion beim Menschen verläuft in der Regel relativ harmlos. Immunsupprimierte Personen und schwangere Frauen sind allerdings besonders gefährdet. Haben Schwangere vor der Befruchtung keine oder nicht genügend Antikörper, kann eine intrauterine Infektion schwerwiegende Folgen für den Fötus haben. Eine Antikörpertiterbestimmung mittels Blutuntersuchung ist daher empfehlenswert.

Studien zeigen, dass Toxoplasma gondii bei Nagern zu Verhaltensänderungen führt. Für den Menschen werden inzwischen sogar ähnliche Bezüge vermutet. Es ist also sinnvoll, vorbeugende Maßnahmen zu treffen, um sich vor einer Infektion zu schützen.

Der Fortbildungsbeitrag der nächsten Ausgabe der Kleintierpraxis bezieht sich ebenfalls auf parasitäre Zoonosen. Der Autor Wieland Beck berichtet über die häufig vorkommende Giardiose bei Hund und Katze. Zudem wird der Erreger Tritrichomonas foetus vorgestellt, dessen zoonotisches Potenzial noch nicht belegt ist.

Zahlreiche Informationen rund um die Thematik der parasitären Zoonosen finden Sie in folgender Literarturempfehlung.