Der Praktische Tierarzt 28.02.2017

Trockenstellen von Einzelvierteln während der Laktation

Drying off single udder quarters of dairy cows during lactation

Zusammenfassung
Euterviertel mit chronischen und therapieresistenten Infektionen sind ein großes Problem für milchviehhaltende Betriebe. Betroffene Viertel belasten die Qualität der Tankmilch, stellen ein Infektionsrisiko für die Milchdrüsen anderer Tiere der Herde dar und verursachen durch häufig auftretende rezidivierende Mastitiden Behandlungskosten und zusätzlichen Arbeitsaufwand. Die vorliegende Arbeit fasst in Form eines Kurzreviews das praktische Wissen zum Trockenstellen von Einzelvierteln während der Laktation zusammen. Das Trockenstellen einzelner Euterviertel in der Laktation bietet die Möglichkeit, chronisch infizierte Viertel aus der Produktion zu nehmen, jedoch fehlt eine effektive, schonende und zugelassene Methode. Eine unter Großtierpraktikern durchgeführte Umfrage bestätigt den Wunsch nach einer wirkungsvollen und praktikablen Methode. Sie zeigt auch, dass bereits verschiedene Methoden im Feld angewendet werden. Auch in der Literatur sind einige Methoden beschrieben, um Euterviertel während der Laktation trockenzustellen. Eine dieser Methoden, welche auch im Feld häufig eingesetzt wird, ist die intrazisternale Applikation von Jodverbindungen, welche effektiv, jedoch wenig schonend ist, da es zu einer irreversiblen Schädigung des Drüsengewebes kommt. Vielversprechend hingegen erscheint die intrazisternale Anwendung eines Caseinhydrolysats, einem enzymatischen Spaltprodukt des in der Milch natürlicherweise vorkommenden Caseins. Damit ist es möglich, die Milchsekretion durch die Nachahmung physiologischer Prozesse herabzusetzen. In Zukunft müssen weitere Studien durchgeführt werden, um diese Methode weiterzuentwickeln und sie für die Praxis zugänglich zu machen. Auf diesem Weg könnte ein großes Problem in der Milchviehhaltung gelöst werden.

Schlüsselwörter
Trockenstellen, Einzelviertel, intramammäre Infektion

Summary
Udder quarters with chronic and incurable intramammary infections are of great importance in the dairy industry. Milk from these quarters is a quality risk for bulk milk and an infectious source for healthy cows. Furthermore, these quarters are responsible for a high percentage of costly clinical mastitis cases in dairy farms. The paper reviews the practical knowledge for drying off single udder quarters in lactation. This gives the opportunity to reduce these risks but an effective, gentle and approved method is not available yet. In a survey for cattle practitioners, they confirmed the need for a certain method. Furthermore, it shows that different methods are used in the field, some of them are also described in literature. One of these methods, also used in dairy practice is the topical application of iodine solutions, which is highly effective but not gentle, due to an irreversible damage of udder tissue. Another interesting method is the topical application of caseinhydrolysate. This substance leads to a reduction of milk secretion via emulation of the natural dry off process. This method needs further studies to make it available for practice. This would help to solve a big issue in the dairy business.

Keywords
drying off, single quarters, intramammary infection

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