Praxisführung | Sicherheit 27.04.2016

Wann der Chef bei Diebstahl haftet

Angestellte sind für Schmuck und private Gegenstände am Arbeitsplatz selbst verantwortlich.

 - 
Foto: Gina Sanders - Fotolia.com

Im vorliegenden Fall behauptete ein Mitarbeiter eines Krankenhauses, Schmuck und Uhren im Wert von rund 20 000 Euro in einem Rollcontainer in seinem Büro eingeschlossen zu haben. Diese Wertsachen habe er am selben Abend in einem Bankschließfach deponieren wollen. Aufgrund erheblicher Arbeitsbelas­tung habe er diese Absicht jedoch aus den Augen verloren. Ein paar Tage später fand er die sonst verschlossene Bürotür offen vor: Der Rollcontainer war aufgebrochen, der Schmuck gestohlen.
Der Mitarbeiter forderte Ersatz von seinem Arbeitgeber. Seine Argumentation: Der Dieb habe das Büro nur mit einem Generalschlüssel öffnen können. Dafür sei der Arbeitgeber verantwortlich, denn er habe nicht für klare Anweisungen oder Vorkehrungen zur sicheren Aufbewahrung des Generalschlüssels gesorgt.

Das Landesarbeitsgericht (LAG) Hamm entschied jedoch zugunsten des Arbeitgebers: Der Arbeitgeber habe nur dann eine Schutzpflicht, „wenn es sich um Sachen handelt, die ein Arbeitnehmer zwingend, mindestens aber regelmäßig, mit sich führe oder aber unmittelbar oder mittelbar für die Arbeitsleistung benötige“. Nur dann müsse der Arbeitgeber „ihm mögliche und zumutbare Maßnahmen“ ergreifen, um den Arbeitnehmer vor Verlust oder Beschädigung seiner Sachen zu schützen.

Quelle: LAG Hamm

Landesarbeitsgericht Hamm: Urteil vom 21. Januar 2016, Az. 18 Sa 1409/15