Projekt | Straßenhunde 11.11.2019

60.000 kastrierte Streuner

In der Dog Care Klinik in Sri Lanka gibt es alle Hände voll zu tun. Insgesamt 50 Mitarbeiter setzen sich für eine bessere Versorgung von Straßenhunden ein.

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Foto: Dog Care Klinik e.V.

Dass die unkontrollierte Fortpflanzung von herrenlosen Hunden in Entwicklungs- und Schwellenländern ein riesiges Problem darstellt, davon konnte ich mich bei meinem diesjährigen Besuch in Sri Lanka überzeugen: Die Straßen bevölkert von Streunern auf Nahrungssuche, fast alle Hündinnen mit angebildetem Gesäuge, entzündeten Geschlechtsteilen und voll von Parasiten.

Traurige Bilder und der Wunsch zu helfen
Ähnlich ging es der Deutschen Marina Möbius, als sie Anfang 2000 mit ihrem Sohn erstmals die südasiatische Insel bereiste. Die Bilder der vielen Tiere, die auf der Straße unter elenden Bedingungen lebten, waren einprägsam. Als sie drei Jahre später nach Sri Lanka zurückkehrte, war neben dem Vorhaben, sich in tropischer Wärme niederzulassen, auch der Wunsch herangereift, vor Ort aktiv mitzuhelfen. Im Süden des Landes mietete sie sich bei einem Deutschen ein, hatte aber schnell so viele tierische Mitbewohner, dass ihr Vermieter ihr die Unterkunft strich. Daraufhin kaufte Marina Möbius ein eigenes 20.000 Quadratmeter großes Dschungelgrundstück und errichtete darauf mit dem erwirtschafteten Geld aus ihrer deutschen Firma nach und nach die heutige Dog Care Clinic.
„Die tiermedizinische Ausbildung vor Ort ist schlecht und fokussiert sich vor allem auf Nutztiere, während Hunde eher als Abfallprodukt gesehen werden“, erzählt sie. Seit der Eröffnung der Klinik vor zwölf Jahren hat sich viel getan: Inzwischen sind 50 Mitarbeiter fest angestellt und die Räumlichkeiten wurden komplett renoviert. Das Ärzteteam kastriert und impft rund um die Uhr, wobei die Vierbeiner gefangen und nach Kastration und Impfung wieder freigelassen werden. Diese Catch-Neuter-Vaccinate-Release-Methode hat sich bewährt, um die Population der Straßenhunde unter Kontrolle zu bringen und gleichzeitig etwas für das Wohl der Tiere zu tun. Welpen werden versorgt und in Familien vermittelt.

Auch engagiert sich die Klinik sozial: Das Projekt 50+ unterstützt ältere Menschen finanziell, wenn sie einen ausgewachsenen oder älteren Hund aufnehmen und betreuen – häufig ist es die einzige Rente der armen Locals. Rund 350 Hunde erhalten auf dem Klinikgelände außerdem ihr Gnadenbrot. „Allein für die Reinigung der Anlagen braucht es wahnsinnig viel Personal“, so Möbius, die zwischen Sri Lanka und Deutschland pendelt und nach wie vor über 70 Prozent der Kosten privat stemmt. Hilfe ist sehr willkommen! Lisa-Marie Petersen 

So können Sie helfen!

Finanziell: Spenden können auf der Website per Paypal oder SMS an das Projekt geschickt werden. Ebenso besteht die Möglichkeit, eine Patenschaft für einen Hund zu übernehmen.

Sachspenden: Hier finden Sie eine Wunschliste.

Praktika: Angehende Veterinär­mediziner haben die Möglichkeit, Studen­tenpraktika und Auslandssemester (kosten­pflichtig) in der Klinik zu absolvieren, um z. B. die Kas­tration zu erlernen.

Weitere Infos: www.dogcare-clinic.com