Deeskalation | Tierarzt 19.12.2018

Beschimpft und bedroht

Vor allem Amtstierärzte bekommen häufig den Unmut von Tierhaltern und -händlern zu spüren. Aber auch Praktiker erleben mitunter einen rauen Ton und Handgrifflichkeiten. Was tun?

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Szenarien, die Tierbesitzern oder -händlern gegen den Strich gehen, kommen im tierärztlichen Arbeitsalltag häufig vor: Zu hohe Kosten, eine notwendige längerfristige Behandlung, postoperative Komplikationen oder das in den Augen der Halter unpassende Handling ihrer geliebten Vierbeiner sind nur einige Beispiele. Amtstierärzte mahnen Händler bei Transporten ab, nehmen misshandelte und schlecht betreute Tiere aus Privathand mit und müssen mitunter eine weitere Tierhaltung ganz verbieten. Die Reaktionen: Ärger, Zorn und mitunter Aggression.

Gewalt gegen (Tier)ärzte scheint zuzunehmen, und Besitzerinteressen werden wie selbstverständlich mit roher Vehemenz durchgesetzt. Abhilfe können Seminare zur Gewaltprävention, Deeskalation und Eigenschutz schaffen, die in der Ausbildung von Rettungssanitätern bereits seit Jahren zum Programm gehören.

Der Niedersächsische Tierärztetag (NTT), der Ende des Monats stattfinden wird, nimmt dieses Thema sehr ernst und bietet dazu ein Seminar für Tierärzte an. Es ist offen für Kollegen sämtlicher Gebiete. Inhaltlich wird der komplette Bereich der Eigensicherung während der beruflichen Tätigkeit vermittelt. Praktische Anteile sind integriert und ‒ sofern der zeitliche Rahmen es zulässt ‒ auch ein kurzes Szenariotraining.

Sven Seeger, Leiter des Seminars und ein Experte für Workshops zum Thema, ist es wichtig, dass die Teilnehmer anschließend riskante Situationen besser erkennen, ihnen vorbeugen und sich aus brenzligen Lagen zurückziehen können. Ab sofort können Sie sich hier anmelden. Achtung: limitiertes Platzangebot!