Schädling | Spürhund 28.10.2019

Bettwanzenbefall? Lass mal schnüffeln!

Bettwanzen sind ein unliebsames Urlaubsmitbringsel. Wer den Verdacht hat, dass die Koffer verwanzt sein könnte, kann am Frankfurter Flughafen eine ausgebildete Spürnase buchen.

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Foto: Dragosh - stock.adobe.com

Vielleicht hätte ich den Artikel lieber nicht lesen sollen und doch tat ich es vor Antritt des letzten Wander-Urlaubs: Auf Berghütten sind Bettwanzen ein großes Problem und weitverbreitet. Obwohl dies wohl nichts mit mangelnder Hygiene zu tun hat, lassen sich solche Sätze nur schwer verdrängen, wenn man in die Stockbetten mit den braunen Filzdecken steigt. Augen zu und durch.

Das Bett mit Parasiten teilen, die es auch noch auf dein Blut abgesehen haben – ein Erlebnis, das bei den wenigsten Urlaubern auf der Wunschliste stehen dürfte. Passieren kann es jedoch auf der ganzen Welt, denn die Bettwanze ist ein Kosmopolit, wie bei Wikipedia geschrieben steht. Heißt: Sie ist weitverbreitet und überlebt sogar in über 2.000 Metern Höhe. Doch nicht nur schwindelfrei sind die nachtaktiven Krabbler, die im Übrigen vom CO2-Gehalt der menschlichen Atemluft angezogen werden, sondern auch ausgesprochen anhänglich. Wer sie mit dem Reisegepäck in die eigene Wohnung schleppt, hat von nun an treue Begleiter. Die Entwesung der „Meister des Versteckens“ gestaltet sich hingegen arbeitsintensiv, denn vor allem die Eier sind äußert robust.

Trainierte Wanzennasen
„Ein Bettwanzen-Schnelltest, das wär doch was“, wünschen auch wir uns. Eine Mitreisende hat seit dieser Nacht mehrere große Stiche auf dem Bein und es juckt! In Frankfurt am Main gibt es so etwas tatsächlich: Am Flughafen der hessischen Bankenhauptstadt können besorgte Reisegäste trainierte Spürhunde buchen, die das Gepäck nach der Rückkehr aus dem Urlaub auf Bettwanzenbefall überprüfen. Bei positivem Schnüffelbefund wird gleich ein Kammerjäger eingeschaltet. Kosten: 106 Euro für drei Gepäckstücke.

Die Bed-Bug-Foundation
Der Leidensdruck bei Hotels und Privatpersonen scheint groß zu sein. Klar, weil immer mehr Menschen immer weiter reisen. So berichtet der Spiegel, dass die Lästlinge vor allem bei den Reichen und Schönen zu finden sind, weil diese eben viel rumkommen. Auch in Berlin werden inzwischen ausgebildete Spürhunde eingesetzt. Zehn Monate dauert das Training zum Bettwanzenspürhund im Übrigen, in Frankfurt ist die einzige anerkannte Zertifizierungsstelle. Sogar eine „Bed-Bug“-Foundation gibt es, eine unabhängige Non-Profit-Organisation, die unter anderem für hohe Qualitätsstandards bei der Bettwanzen-Spürhunde-Arbeit steht. Na, krabbelts? Lisa-Marie Petersen