Haltung | Heimtier 17.04.2019

Brauchen Kaninchen UV-B-Licht?

Eine aktuelle Studie untersucht die Vitamin-D-Level von Kaninchen mit und ohne eine künstliche UV-Beleuchtung.

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Foto: Nadine Haase - stock.adobe.com

Kaninchen sind als Heimtiere sehr beliebt und werden dementsprechend häufig in der Wohnung ohne Zugang zu direktem Sonnenlicht gehalten. Forscher aus Illinois wollten daher untersuchen, ob Kaninchen mit Zugang zu künstlichem UV-Licht höhere 25-Hydroxy-Vit­amin-D3(Calcidiol)-Werte im Serum aufweisen als Kaninchen ohne UV-Bestrahlung. Außerdem sollten über sechs Monate pathologische Nebeneffekte der UV-Bestrahlung untersucht werden. Die Untersuchungen zweier künstlich bestrahlter Kaninchengruppen zeigen, dass die Tiere durchaus in der Lage sind, durch UV-B-Bestrahlung Vitamin D in der Haut zu synthetisieren. Es wurden keine pathologischen Nebenwirkungen wie Augen- oder Hautveränderungen gefunden.

Leider gibt es weder für Haus- noch für Wildkaninchen Referenz­werte für Calcidiol im Serum. Auch die Bedarfswerte für eine Aufnahme über das Futter weichen je nach Quelle stark voneinander ab. Daher bleibt fraglich, ob die höheren Werte der mit UV-B-bestraglten Versuchsgruppe physiologisch sind. Die Serumkonzentrationen entsprechen physiologischen Werten anderer Spezies, wohingegen die niedrigen Werte der Kontrollgruppe bei anderen Spezies mit Vitamin-D-Mangel gesehen werden. Außerdem sind unphysiologisch hohe Vitamin-D-Konzentrationen durch eine endogene Bildung aufgrund körpereigener Kontrollmechanismen nicht zu erwarten, diese treten nur bei oraler Überdosierung auf. Maximilian Reuschel

Die Studie können Sie hier lesen.