Katze | Verdauung 11.11.2019

Cellobiose für Katzen?

Eine aktuelle, frei zugängliche Studie hat die präbiotische Wirkung von Cellobiose bei gesunden Katzen untersucht.

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Eine stabile, ausgewogene Darmflora ist für die Gesundheit des Organismus von großer Bedeutung und eine günstige Beeinflussung der metabolischen Aktivität und Zusammensetzung der intestinalen Mikrobiota ist sowohl für gesunde als auch für erkrankte Tiere von Interesse. Die Fütterung kann die Bakteriengemeinschaft im Darm entscheidend beeinflussen. So sind einerseits die aufgenommene Menge und präzäkale Verdaulichkeit von Nährstoffen zu beachten, um den z. T. unerwünschten Einstrom unverdauter Nährstoffe in den Dickdarm und deren nachfolgende mikrobielle Fermentation zu minimieren. Andererseits können unlösliche Faserstoffe (z. B. Cellulose) günstig auf die Darmmotilität sowie bestimmte schwer verdauliche, mikrobiell fermentierbare Kohlenhydrate (z. B. Pektin oder Guar) positiv auf die Zusammensetzung der Darmmikrobiota wirken.

Eine aktuelle, frei zugängliche Studie hat gezeigt, dass Katzen Cellobiose gut akzeptieren und auch vertragen. Für die meisten mikrobiellen Metaboliten zeigte sich ein dosisabhängiger Effekt: Unter an­de­rem gingen die Konzentrationen an i-Butyrat, i-Valeriat und Ammo­niak im Kot der Katzen bei Einsatz der Cellobiose zurück, was für eine verminderte bakterielle Proteinfermentation im Dickdarm spricht.
Die Veränderungen der bakteriellen Metaboliten im Kot der Tiere lassen eine Beeinflussung der Aktivität und Zusammensetzung der intestinalen Mikrobiota erkennen. Die Zunahme an Enterokokken und Lactobacillus spp. unter der höchsten Dosierung der Cellobiose kann grundsätzlich als positiv bewertet werden, ebenso die dosisabhängig abnehmenden Zellzahlen des Clostridien-Clusters. Es gilt allerdings anzumerken, dass die Untersuchungen allesamt an gesunden Tieren durchgeführt wurden. Weitere Studien mit intestinal erkrankten Tieren wären höchst interessant.

Die Studie "Untersuchungen zur präbiotischen Wirkung von Cellobiose bei Katzen" von Nadine Paßlack erschien in der aktuellen Ausgabe der Kleintierpraxis und ist frei zugänglich.