Journal Club 01.09.2010

Chirurgische Methoden der Ovariektomie

Laparoskopie: Die minimal invasive Entfernung der Eierstöcke ist aufgrund der geringeren Komplikationsrate der Laparotomie und der Kolpotomie vorzuziehen. Sie stellt die Methode der Wahl dar.

Gründe, die die Entfernung der Eierstöcke als notwendig erscheinen lassen, sind u. a. der gezielte Ausschluss der Zuchttauglichkeit, Widersetzlichkeiten während der Rosse, Dauerrossigkeit, Unrittigkeit, Ovarialtumore sowie Hämatome. Drei verschiedene Operationstechniken zur Ovariektomie werden häufig verwendet. Es handelt sich 1. um die klassische Laparotomie, 2. die Kolpotomie, bei der der Zugang über einen Schnitt in der Scheide erfolgt, und 3. der minimal invasive Zugang mittels Laparoskopie. Oft wird laut Literatur ein operativer Eingriff im Stehen favorisiert, da dadurch das Narkoserisiko entfällt. Bei der von der Medianlinie ausgehenden Laparotomie am liegenden Pferd ist die Vorlagerung des Ovars stark von der Größe der Veränderung am selben abhängig. Zudem ist die Länge des Mesovars ausschlaggebend. Hier werden große Zugkräfte an den genannten Strukturen wirksam. Die Kolpotomie wird transvaginal, rechts und links oberhalb des Muttermundes durchgeführt. Die Wunden werden hierbei nicht zusätzlich geschlossen und es wird ohne Sichtkontrolle gearbeitet. Komplikationen können somit durch Gefäßverletzungen oder auch Verletzungen der Harn ableitenden Organe jederzeit auftreten.

Um die konventionellen Verfahren mit der minimal invasiven Methode vergleichen zu können, wurden bei 182 Stuten unilateral oder bilateral die Eierstöcke entfernt. Hierbei konnten zwölf Pferde laparotomiert werden, bei zehn Pferden wurde eine Kolpotomie durchgeführt, der Rest des Patientengutes erfuhr eine laparoskopische Ovariektomie.

Bei den konventionell-chirurgischen Verfahren lagen die perioperative Morbiditätsrate bei 28 % und die Mortalitätsrate bei immerhin 14 %. Blutungen und Verklebungen mit anderen Bauchhöhlenorganen waren die am häufigsten auftretenden Komplikationen. Bei der Kolpotomie wurde der Eierstock unter manueller Kontrolle mit dem Effeminator abgesetzt, weitere Blutstillungen wurden nicht vorgenommen. Auch bei der minimal invasiven Methode konnte beispielsweise weder mit dem Dioden-Laser noch mit der modifizierten Roeder-Schlinge eine komplette Blutstillung erreicht werden. Der Einsatz des Endostaplers hinterließ jedoch sehr gut adaptierte Wunden. Je nach Größe der Ovarveränderung wurde bei der Laparoskopie die Flankeninzision so weit vergrößert, dass das Ovar dort entwickelt werden konnte. Leider ergeben sich durch den Flankenzugang häufig Wundheilungsstörungen. Je größer der Ovartumor, desto höher war auch das Risiko einer Wundheilungsstörung.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die minimal invasive Methode das komplikationsärmere Verfahren darstellt und somit die Operationstechnik der Wahl sein sollte.

(Quelle: Röcken M, Rijkenhuizen ABM (2010): Methodenvergleich der uni- und bilateralen Ovariektomie bei der Stute an 182 klinischen Patienten. Pferdeheilkunde 26 (3): 328–334.)

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