Kleintierpraxis 14.12.2017

Chirurgische Versorgung und Verlauf einer beidseitigen Ellenbogenfraktur bei einem jungen Hund – ein Fallbeispiel

Surgical treatment and follow-up of a young dog with bilateral elbow fractures – a case report

Zusammenfassung
E ine etwa fünf Monate alte Französische Bulldogge wurde aufgrund von hochgradiger Lahmheit vorne links nach einem Sprung vom Sofa in unserer Klinik vorgestellt. Beim Röntgen wurde eine Fraktur des lateralen Aspektes des Humeruskondylus festgestellt. Nachdem das Tier zunächst auf Besitzerwunsch mit Verband entlassen worden war, wurde die Hündin nach einigen Tagen erneut bei uns vorgestellt. Nach einem weiteren Bagatelltrauma war das Tier zusätzlich vorne rechts hochgradig lahm. Die anschließende Röntgenuntersuchung zeigte eine ähnliche Fraktur im rechten Ellenbogengelenk mit Fraktur durch die Mediane des Humeruskondylus, das Foramen supratrochleare und die
laterale Crista supracondylaris (laterale Kondylusfraktur). Die Frakturen wurden als Typ IV nach Salter und Harris klassifi ziert. Beide Frakturen wurden am gleichen Tag chirurgisch mit je einer transkondylären Zugschraube und multiplen Pins versorgt. Anschließend wurde beidseits ein Cast-Verband über drei Wochen angelegt. Nach Entfernung des Verbandes konnte, durch intensive Physiotherapie über vier Wochen, das Laufverhalten des Tieres deutlich verbessert werden. Die Implantate wurden drei Monate post operationem entfernt. Die Französische Bulldogge lief zum Zeitpunkt der Beendigung dieser Maßnahmen lahmheitsfrei. Zwei Jahre post operationem war der Hund auf der rechten Vordergliedmaße lahmheitsfrei. Links war eine Lahmheit Grad 1 feststellbar, welche das Tier jedoch nicht in Agilität und Ausdauer einschränkte.

Schlüsselwörter Bagatelltrauma, Lahmheit, Kondylusfraktur, chirurgische Versorgung,

Summary
A fi ve-month-old French bulldog was presented to our clinic with severe lameness in the left forelimb after jumping from a couch. A radiological examination showed a fracture of the lateral aspect of the left humeral condyle. Surgery was recommended but the owners declined at the time and the dog was sent home with a bandage. A few days later, the dog was re-presented with sudden onset lameness of the other forelimb. A similar fracture was detected on radiological examination in the right elbow. Both fractures involved a vertical fracture of the middle of the humeral condyle extending through the supratrochlear foramen and the lateral epicondylar crest. These fractures were characterised as a type IV using the Salter and Harris classifi cation. Both elbow fractures were surgically treated in a single session using a transcondylar lag screw and several pins for fi xation. Afterwards, both elbow joints were stabilised with a cast for three weeks. After cast removal, intense physical therapy was pursued for four weeks to improve lameness. After completion of the physical therapy, the lameness was minimal. Two years later the dog showed no lameness in its right forelimb. In its left forelimb, however, a grade 1 lameness was detected without impact on the dog’s agility or overall function.

Keywords
minor trauma, lameness, condylar fracture, chirurgical intervention

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