COVID-19 | Infektion 30.04.2020

Coronavirus: Umgang mit empfänglichen Haustieren

Es passiert selten, ist aber möglich: Haustiere können sich mit dem Coronavirus infizieren. Es gibt aber keine Hinweise darauf, dass sie das Virus auch verbreiten könnten.

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  • Fehlalarm: Im Fall des Corona-positiven Hundes in den Vereinigten Staaten handelte es sich wohl um eine Umgebungskontamination. Das Tier war nicht infiziert.
  • In den Niederlanden tritt COVID-19 in zwei Nerzfarmen auf.
  • Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat Empfehlungen zum Umgang mit empfänglichen Haustieren veröffentlicht.

Coronavirus bei Hunden

Ende April wurde in North Carolina Mops "Wilson" positiv getestet. Laut Medienberichten gehörte der Hund einer Familie, die selbst an COVID-19 erkrankt war und wurde getestet, weil die Familie an einer Studie der Duke University teilnahm. Der Hund zeigte nur leichte Symptome und die Viruslast war gering. Ein weiterer Hund und eine Katze aus dem Haushalt wurden negativ getestet. In Hongkong wurde SARS-CoV-2-RNA bei zwei Hunden (ohne Krankheitsanzeichen) aus infizierten Haushalten nachgewiesen. Sowohl die Tatsache, dass trotz vieler Tests bisher nur diese drei Fälle bekannt sind, als auch eine chinesische Infektionsstudie (preprint, noch nicht begutachtet) weisen darauf hin, dass das Infektionsrisiko für Hunde sehr gering ist. Update vom 29.Mai 2020: Mops Wilson war doch nicht infiziert. Das Department of Agriculture erklärte jetzt, dass Folgetests bei dem Hund negativ waren und auch keine Immunantwort nachgewiesen wurde. Bei der ursprünglichen, postiven PCR habe es sich wohl um eine Kontamination aus dem infizierten Haushalt gehandelt.

Coronavirus bei Frettchen und anderen Marderartigen

Frettchen lassen sich experimentell mit dem Virus infizieren und können es auch auf Artgenossen übertragen. Das haben unter anderem Untersuchungen des Friedrich-Loeffler-Instituts gezeigt. Ob die ausgeschiedenen Virusmengen für eine Infektion des Menschen ausreichen würden, muss noch näher untersucht werden.

In den Niederlanden ist COVID-19 bei mehreren Nerzen in zwei Pelzfarmen aufgetreten. Nach Angaben des niederländischen Landwirtschaftsministeriums wurden bei den Tieren Atemprobleme und eine erhöhte Mortalität festgestellt. Es wird vermutet, dass sie sich bei Mitarbeitern mit Symptomen von COVID-19 angesteckt haben.

Coronavirus bei Katzen

Katzen scheinen empfänglicher für SARS-CoV-2 zu sein, als Hunde. Hier lesen Sie mehr.

Umgang mit Tieren, die für eine Infektion mit SARS-CoV-2 empfänglich sind

Das Friedrich-Loeffler-Institut hat Hinweise zum Umgang mit empfänglichen Haustieren (insbesondere Katzen und Frettchen) in Haushalten mit infizierten Personen veröffentlicht. Das Wichtigste in Kürze:

  • Möglichst kein enger Kontakt mit infizierten Menschen.
  • Während einer häuslichen Isolierung sollten die Tiere im Haushalt verbleiben, aber möglichst durch ein nicht-infiziertes Haushaltsmitglied versorgt werden. Kein Freigang für Katzen.
  • Positiv getestete Tiere sollten 14 Tage möglichst isoliert gehalten werden.
  • Personen mit engem Kontakt zu einem positiv getesteten Tier gelten als Kontaktpersonen der Kategorie II.
  • Es gibt keinen Grund, Tiere vorsorglich im Tierheim abzugeben!
  • Es gibt keinen Grund, ein positiv aus SARS-CoV-2 getestetes Tier einzuschläfern!
Antworten auf die häufigsten Fragen zu Coronavirus-Infektionen bei Haustieren finden Sie hier auf den Seiten des FLI.