Diagnostik und Therapie des Übergangszellkarzinoms des unteren Harntrakts beim Hund

Beim Übergangszellkarzinom handelt es sich um eine maligne Transformation der epithelialen Auskleidung des Harntrakts. Zu den prädisponierten Hunderassen gehören der Scottish Terrier, der Sheltie, der Beagle, der Foxterrier und der West Highland White Terrier mit einem typischen Erkrankungsalter von acht bis zehn Jahren.

Die maligne Transformation des Übergangsepithels kann durch kanzerogene Umweltrückstände im Urin ausgelöst werden. Frühe Anzeichen eines Übergangszellkarzinoms ähneln den Symptomen einer Harnwegsinfektion. Im fortgeschrittenen Stadium lassen sich bis zu 30 % der Übergangszellkarzinome im Urinsediment diagnostizieren. Mithilfe einer sonografisch gestützten transabdominalen Feinnadelaspiration lässt sich mit höherer Spezifität neoplastisches Zellmaterial aus der Harnblase gewinnen. Allerdings birgt diese Methode das Risiko der Tumortransplantation entlang des Biopsiekanals und wird daher nicht empfohlen. Hinweise auf eine Beteiligung der Harnröhre liefert die Urethrografie. Allerdings kann die vollständige Ausdehnung urothelialer Veränderungen erst urethrozystoskopisch erfasst werden. Notwendige Informationen über eine regionale Lymphknotenmetastasierung und über eine Fernmetastasierung erhält man durch eine Sonografie des Abdomens, röntgenologische Übersichtsaufnahmen von Thorax und Skelett bzw. durch ein Ganzkörper-CT. Patienten mit Übergangszellkarzinom versterben häufiger an einer lokalen Tumorausbreitung als an einer systemischen Metastasierung. In der Praxis wird das Übergangszellkarzinom beim Hund zumeist in fortgeschrittenen Tumorstadien diagnostiziert. Da eine Tumorexzision selten bessere Überlebenschancen bietet als eine Behandlung ohne Operation, kann eine chirurgische Vorgehensweise nur in ausgewählten Fällen empfohlen werden. Zu den etablierten nicht-chirurgischen Maßnahmen gehören die Dauertherapie mit nichtsteroidalen Antiphlogistika sowie eine systemische Hochdosis-Chemotherapie. Zu den Behandlungsmethoden, die bislang selten genutzt wurden, gehören eine systemische metronomische Chemotherapie, die Radiotherapie, eine transurethrale Laserresektion oder intratumorale Interleukin-Injektionen. Unter Berücksichtigung aller therapeutischen Optionen liegt die mediane Lebenserwartung bei einem Jahr. Als wichtige Prognosefaktoren hinsichtlich des Überlebens gelten eine Beteiligung der Harnröhre und das Vorhandensein von Fernmetastasen zu Beginn der Behandlung. Therapieresistente Harnwegsinfekte können eine Tumorprogression vortäuschen.

Schlüsselwörter
Übergangszellkarzinom, Hund, Urethrozystoskopie, Chemotherapie, Harnröhrenstent


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Autor: Pantke P
Quelle: Kleintierpraxis 63:
Heft 02|2018, Seiten 76-94

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Diagnostik und Therapie des Übergangszellkarzinoms des unteren Harntrakts beim Hund

Autor:
Pantke P
Quelle:
Kleintierpraxis 63, Heft 2|2018, Seiten 76-94
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Artikel zur Fortbildung:
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