Der Praktische Tierarzt 01.10.2009

Diagnostik von Zahnerkrankungen beim Kaninchen – Der Schlüssel zum Erfolg?

Kaninchen werden häufig mit unspezifischen Symptomen wie Inappetenz, Gewichtsverlust und Apathie vorgestellt.

Die Diagnose von Zahnerkrankungen und Erkrankungen des Zahnhalteapparates sind beim Kaninchen, auf Grund der anatomischen Besonderheiten und der häufig unspezifischen Symptome eine echte Herausforderung. Mit Hilfe der Erstellung einer „Minimalen Datenbasis“ (MDB) wird der Weg von der Befundung bis zur Diagnose systematisch dargestellt. Für die Erstellung der MDB, ist es wichtig zu wissen wie sich ein normales Kaninchengebiss klinisch und röntgenologisch darstellt. In der vorliegenden Arbeit wird besonderes Augenmerk auf die klinische Untersuchung des Zahnhalteapparates unter Verwendung eines Parodontometers geleg Ziel der Diagnostik ist es, eine „Minimale Datenbasis“ zu erstellen. Folgende Fragen müssen mit Hilfe der diagnostischen Mittel geklärt werden:

1. Hat das Kaninchen eine Erkrankung in der Maulhöhle?
2. Hat das Kaninchen ein Zahnproblem? a. Mit Beteiligung des Zahnhalteapparates?
b. Ohne Beteiligung des Zahnhalteapparates? 3. Sind weitere Strukturen in der Maulhöhle und des Kopfes betroffen? a. Knochen?
b. Auge und TNK (Tränennasenkanal)?
c. Nasen- und Stirnhöhle?
d. Weichteile wie Zunge, Maulschleimhaut etc.? 4. Sind bei dem Patienten noch andere Erkrankungen präsent?
5. Ist die erforderliche Besitzercompliance vorhanden?

Wenn es gelingt, die Veränderungen korrekt zu diagnostizieren, ist dies der Schlüssel für eine erfolgreiche Therapie und Prognosestellung. Es stehen je nach Fall mehrere Therapieoptionen zur Wahl: Erstens eine kurative Therapie und Prävention von neuen Zahnproblemen durch Besitzeraufklärung und konsequente Futterumstellung, zweitens die Kontrolle der Erkrankung durch regelmäßiges therapeutisches Eingreifen, und drittens Erlösen des Patienten von seinen chronischen Schmerzen.

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