Journal Club | Kleintiere 01.05.2013

Diagnostische Genauigkeit der Rivalta-Probe zur Diagnose der Felinen Infektiösen Peritonitis

Die Rivalta-Probe wird zur Diagnose der Felinen Infektiösen Peritonitis verwendet.

Die Rivalta-Probe wird in Europa bei Katzen mit Ergüssen routinemäßig zur Diagnose der Felinen Infektiösen Peritonitis (FIP) eingesetzt, ihre diagnostische Genauigkeit ist jedoch ungewiss. Das Ziel der vorliegenden retrospektiven Studie bestand daher darin, die Sensitivität und Spezifität sowie den positiven und negativen prädiktiven Wert der Rivalta-Probe zu bestimmen. Darüber hinaus wurden verschiedene Parameter in der Ergussflüssigkeit und im peripheren Blut bei Katzen mit positiver und negativer Rivalta-Probe verglichen. Zu diesem Zweck wurden die medizinischen Aufzeichnungen von insgesamt 851 Katzen mit Ergüssen geprüft, von denen 782 eine eindeutig positive oder negative Rivalta-Probe aufwiesen und daher in die Studie einbezogen wurden. Eine abgesicherte Diagnose konnte bei 497 Katzen gestellt werden. Die Prävalenz der FIP bei Katzen mit einem Erguss und eindeutiger Rivalta-Probe betrug 34,6 %. Die Sensitivität der Rivalta-Probe betrug 91,3 % und ihre Spezifität 65,5 %. Der positive prädiktive Wert für die Diagnose einer FIP lag bei 58,4 % und der negative prädiktive Wert bei 93,4 %. Die Werte konnten durch den Ausschluss von Katzen mit einem Lymphom oder bakteriellen Infektionen erhöht werden, ebenso, wenn nur Katzen in die Auswertung einbezogen wurden, die zwei Jahren alt oder jünger waren. Mit einer positiven Rivalta- Probe waren bei den Parametern der Ergussflüssigkeit eine erhöhte Cholesterolkonzentration und ein erhöhtes spezifisches Gewicht korreliert, bei den Parametern im peripheren Blut ein erniedrigter Albumin-Globulin-Quotient und eine Hyperbilirubinämie. Sensitivität, Spezifität und positiver prädiktiver Wert waren, außer bei ausschließlicher Berücksichtigung junger Tiere, geringer als in früheren Studien. Weiterhin unbekannt ist, welche Komponenten im Erguss zu einer positiven Rivalta-Probe führen, sie ist jedoch nicht ausschließlich durch ein hohes Gesamteiweiß bedingt.

Quelle:
Fischer Y, Sauter-Louis C, Hartmann K (2012): Diagnostic accuracy of the Rivalta test for feline infectious peritonitis. Vet Clin Pathol 41: 558–567.

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