Journal Club | Kleintier 15.11.2015

Effizienz der Behandlung von idiopathischer Epilepsie bei Hunden mit Imepitoin

Der Therapieerfolg bei Hunden mit idiopathischer Epilepsie ist bisher nicht zufriedenstellend. Das neue Antiepileptikum Imepitoin wirkt in der Dosierung 30 mg/kg BID gut antikonvulsiv.

Laut Schätzungen sind 60–70 Prozent der unter Epilepsie leidenden Hunde von der idiopathischen Form betroffen, die genetisch bedingt ist. Viele Hunderassen erkranken, wobei in einer kürzlich veröffentlichten englischen Studie Border Terrier und Deutsche Schäferhunde eine besonders hohe Prävalenz für die Erkrankung aufwiesen. Der derzeitige Behandlungserfolg mit den gängigen Wirkstoffen Phenobarbital und Kaliumbromid ist nicht zufriedenstellend, da nur 15 Prozent der so therapierten Hunde komplett anfallsfrei werden und lediglich 30 Prozent eine deutliche Reduktion der Anfallshäufigkeit zeigen. Imepitoin ist ein neues Medikament aus der Kategorie der Antiepileptika, das in der europäischen Union für die Behandlung der idiopathischen Epilepsie beim Hund zugelassen ist. Ziel dieser Studie war es, zu testen, wie sicher und effizient das Medikament ist und wie gut es von den therapierten Epilepsiepatienten toleriert wird.

Ablauf und Ergebnisse In die randomisierte, doppelt verblindete Studie wurden 127 mit Epilepsie diagnostizierte, aber bisher untherapierte Hunde einbezogen. Für den ersten Abschnitt der Untersuchung wurden die teilnehmenden Tiere in zwei Gruppen unterteilt. Die eine Gruppe erhielt Imepitoin über den Untersuchungszeitraum von zwölf Wochen hochdosiert (30 mg/kg), die andere in niedriger Dosierung (1 mg/kg). In der zweiten Phase der Studie erhielten die Hunde beider Gruppen 30 mg/kg Imepitoin, um die Auswirkungen der Dosiserhöhung der zuvor niedrig dosierten Tiere beurteilen zu können und zu überprüfen, inwiefern die antiepileptische Wirkung des Medikaments anhält. Die Therapie mit Imepitoin wurde gut toleriert. Es kam weder zu einem Anstieg der Leberenzyme noch zu anderen Organbeschwerden. Nebenwirkungen betrafen, wenn sie überhaupt auftraten, das zentrale Nervensystem zu Beginn der Behandlung. Dabei konnte die Gabe von 30 mg Imepitoin pro Kilogramm Körpergewicht die Anzahl der monatlichen Krampfanfälle fokaler und generalisierter Art sehr viel stärker reduzieren als die niedrige Dosierung. Clusterkrämpfe wurden nicht beeinflusst. Die positiven Wirkungen des Medikaments hielten auch über den Zeitraum der zweiten Phase der Studie an. Die Effizienz und Wirksamkeit von Imepitoin zeigen, dass das Medikament für den längerfristigen klinischen Einsatz geeignet ist.

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Rundfeldt C, Tipold A, Löscher W (2015): Efficacy, safety, and tolerability of imepitoin in dogs with newly diagnosed epilepsy in a randomized controlled clinical study with long-term follow up. BMC Vet Res 11: 28. doi: 10.1186/s12917-015-0548-9.