Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift 07.12.2017

Einfluss der Auswahl von Lungengewebeproben auf den Nachweis von Mycoplasma hyopneumoniae

Selection of tissue for sampling from different parts of the lung is critical for the detection of Mycoplasma hyopneumoniae

Zusammenfassung
Mycoplasma hyopneumoniae (M. hyopneumoniae) lässt sich häufig in Lungengewebeproben nachweisen. Als Untersuchungsmaterial für den direkten Erregernachweis im Rahmen der Atemwegsdiagnostik wird in der Regel ein kleines Stück von einem Spitzenlappen entnommen. Verschiedene Autoren haben die Quantität der vorhandenen Erreger mit der Schwere der Lungenläsionen in Verbindung gebracht. Die Quantifizierungen wurden an Lungenspülflüssigkeit oder an kleinen Lungengewebeproben durchgeführt. Problematisch ist bei diesen Proben, dass die Entnahmetechniken und -lokalisationen die möglichen Erregermengen erheblich beeinflussen (Auswahlverzerrung) und damit die bestimmten Erregermengen untereinander nicht vergleichbar sind. Ziel dieser Studie war es daher, zunächst die Grundlage für eine Vergleichbarkeit von nachgewiesenen Mengen an M. hyopneumoniae zu schaffen, um dann in einer Pilotstudie zu prüfen, ob eine Korrelation von Erregermengen und Graden pathologischer Veränderungen durch M. hyopneumoniae festzustellen ist. Es wurden dazu 20 Lungen unbekannter Herkunft mit sichtbaren Spitzenlappenpneumonien vom Schlachthof zunächst makroskopisch nach dem Schema von Madec und Kobisch (1982) beurteilt. Zur Standardisierung des Probenmaterials für eine Vergleichbarkeit von Quantifizierungen des Erregers wurde der gesamte rechte Lungenflügel homogenisiert und die Mengen an M. hyopneumoniae im Homogenat relativ mittels PCR bestimmt. Im Vergleich dazu wurden Lungengewebeproben von der Spitze des rechten Mittellappens (ML) und vom Übergang zwischen verändertem und unverändertem Gewebe (GB) ebenso mittels PCR untersucht.
Während alle Homogenisat-Proben in der M. hyopneumoniae-PCR positiv getestet wurden, konnte der Erreger in 2 GB- und 4 ML-Proben gar nicht nachgewiesen werden Die Ct-Werte der Homogenisat-Proben lagen insgesamt in einem ähnlichen Bereich wie die selektiv gewählten Lungengewebeproben. Zwischen der Ausprägung der makroskopisch sichtbaren Läsionen und der Erregerlast konnten keine Korrelationen festgestellt werden.

Keywords
Schlachtlungen, Homogenisat, Erreger-Quantifizierung

Summary
Mycoplasma hyopneumoniae (M. hyopneumoniae) is often found in lung tissue samples. Usually small pieces of lung tissue from one of the apical lobes are used for the examination. Different authors quantified M. hyopneumoniae to correlate M. hyopneumoniae load with the severity of lung lesions. Quantification was performed on broncho-alveolar lavage fluid or on small pieces of lung tissue. A comparison of such materials is questionable, because sampling procedure as well as the localization of sampling has an impact on the results. The aim of this study was therefore, to first create a base for comparison of detected M. hyopneumoniae loads and second to check for correlations between severity of lung lesions and M. hyopneumoniae load. 20 lungs of unknown origin with cranioventral pulmonary consolidation have been collected from a slaughterhouse and each lung was scored according to Madec and Kobisch. For standardization of sampling materials, the complete right lung was homogenized and the M. hyopneumoniae load was determined by PCR and the ct-values set in the ratio to each other. Furthermore, 2 samples from each lung from the tip of the right medium lobe (ML) and the border between healthy tissue and lesion (GB) were tested by PCR. All homogenized samples tested positive, 4 respectively 2 of the non-homogenized samples tested negative. Cycle threshold (Ct) values of all samples were lying in a similar range. No direct correlation was found between the Ct-values of the samples and the severeness of macroscopic lesions.

Keywords
slaughterhouse lung, homogenisate, quantification of pathogens

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