Anästhesie | Studie 31.08.2018

Endotrachealtubus vs. Larynxmaske

Katzen haben im Vergleich zu Hunden weiterhin ein erhöhtes Narkoserisiko. Experten raten dringend zum vorsorglichen routinemäßigen Einsatz geeigneter Beatmungsinstrumente.

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Foto: Drensler

Auch bei kleineren Eingriffen in Allgemeinanästhesie ist es angebracht, für den Notfall vorzusorgen, um prompt und effektiv beatmen zu können. Das Legen eines Endotrachealtubus – den es mittlerweile auch sehr günstig als Einmalprodukt zu erwerben gibt – ist bspw. hierfür geeignet. Dessen Handhabung wird aber zuweilen als diffizil erachtet. Inwieweit die sogenannte Larynxmaske eine Alternative bietet, wird in einem Abschnitt des aktuellen Anästhesie-Leitfadens der American Association of Feline Practitioners (AAFP) beschrieben.

Speziell für Katzen
In ihrem Artikel im Journal of Feline Medicine and Surgery vergleichen die erfahrenen Anästhesisten diverse Optionen des Atemwegsmanagements. Bei der Auswahl geeigneter Techniken spielen zunächst Faktoren wie Narkosedauer und -frequenz, Patientenstatus (z. B. adipös, kurzschnäuzig) oder die Lagerung während des Eingriffs eine Rolle. Endo­trachealtuben werden als unabdingbar für die Ausstattung von Narkosen gelistet, Larynxmasken als probate Alternative hierzu. Eines der Synonyme für Letztere, nämlich supraglottic airway device, beschreibt Lage und Nutzen dieses Instruments: ein über der Glottis liegender luftführender Apparat. Wie dieser genau gehandhabt wird, beschreibt ein Hersteller in seinem Video unter folgendem Link: F svg.to/v-gel. Der AAFP-Leitfaden erwähnt u. a. folgende Vor- und Nachteile der Larynxmaske gegenüber dem Endotrachealtubus:

Vorteile der Larynxmaske

  • Kann im Vergleich zum Tubus bereits bei geringerer Anästhesietiefe platziert werden.
  • Kann schneller/mit weniger Anläufen gelegt werden.
  • Weniger Beschwerden an Larynx/Pharynx nach dem Entfernen.
  • Reicht nicht bis in die Trachea hinein, keine Irritationen oder Drucknekrosen der empfindlichen Katzenluftröhre.
  • Höhere Nahrungsaufnahme post operationem.

Nachteile der Larynxmaske

  • Kann bei Eingriffen in der Maulhöhle zu viel Platz in Anspruch nehmen.
  • Verrutscht leicht beim Umlagern des Patienten.
  • Korrekte Platzierung kann adspektorisch nicht überprüft werden.
  • Mechanische Ventilierung wurde nur bis zu einem Druck von 16 cm H2O getestet.
Welche Vorrichtung auch immer passt: Wichtig für den Notfall ist ihr routinemäßiger Einsatz. Die Larynxmaske wird übrigens auch gerne bei Kaninchen angewendet. ( kl)

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