Tierschutz | Nutztier 19.09.2017

Freiwillige Vereinbarungen sind nicht genug

Die Bundestierärztekammer (BTK) fordert neue gesetzliche Regelungen für mehr Tierschutz in der Nutztierhaltung.

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In einem aktuellen Positionspapier zu notwendigen Weiterentwicklungen der Rechtsetzung zur Verbesserung des Tierschutzes bei Nutztieren konkretisiert die BTK fünf langjährige Forderungen, um drängende Probleme in der Nutztierhaltung zu lösen.

Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungs-Verordnung
Besonders dringlich sind aus Sicht der BTK der Ausstieg aus der Anbindehaltung von Rindern und der Kastenstandshaltung von Sauen. Für Puten, Wassergeflügel, Junghennen und Elterntiere müssen verbindliche Haltungsanforderungen aufgenommen werden.

Verpflichtendes Prüf- und Zulassungsverfahren für Ställe
Eine Prüfung und Bewilligung serienmäßig hergestellter Stalleinrichtungen sollte obligatorisch sein. In anderen Ländern, z. B. der Schweiz hat das zu deutlichen Verbesserungen im Tierschutz gesorgt.

Tiergesundheitsdatenbank
Eine bundeseinheitliche Datenerfassung und -auswertung sowie ein Tiergesundheitsindex sollen das Wohlergehen der Tiere messbar und zwischen den Betrieben vergleichbar machen. Zuverlässige Tierwohlindikatoren sind bereits bekannt, nun müssen einige ausgewählt und für ein einfaches Benchmarking herangezogen werden. Dies wäre die Grundlage für eine risikoorientierte Beratung und eine behördliche Überwachung schlecht abschneidender Betriebe.

Erlaubnispflicht für die Tierhaltung
Gewerbsmäßige Tierhaltung unterliegt einem Erlaubnisvorbehalt – mit Ausnahme der Haltung von Nutztieren und Gehegewild. Diese Ausnahme soll aufgehoben und zusätzlich eine Fortbildungspflicht für Tierhalter und ihre Mitarbeiter eingeführt werden.

Keine Amputationen mehr
Nicht-kurative Eingriffe wie das Kürzen des Schwanzes bei Ferkeln und Lämmern oder eine Kastration, sollen untersagt werden. vm