Kleintierpraxis Newsletter 07.04.2014

Gefahr: Hepatische Lipidose

Eine Nahrungskarenz kann bei der Katze schon nach wenigen Tagen sehr gefährlich werden. Denn anorektische Tiere entwickeln häufig eine hepatische Lipidose, die oftmals eine Unterstützung mittels Sondenfütterung bedarf.

 - 
Foto: Nicole Luckschander-Zeller, Lena Braun

Das Fettlebersyndrom, auch hepatische Lipidose genannt, kommt vor allem bei übergewichtigen Katzen vor. Nehmen die Tiere aus verschiedensten Ursachen weniger Futter zu sich oder stellen das Fressen sogar ganz ein, kommt es zu einer Mobilisierung von Fettspeichern. Die Leber ist aber mit dem Abbau der Fette überfordert und so lagern sich die Fette daraufhin in das Organ ein.

Zunächst ist auffällig, dass die Tiere nicht mehr fressen mögen. Neben Ikterus und Gewichtsverlust bauen sich die Muskeln vorwiegend am Oberschenkel ab, während das Fett am Unterbauch in der Regel erhalten bleibt. Die Tiere sind schwach und zeigen oft Magen-Darm-Störungen. Ohne Behandlungen kann der Krankheitsverlauf bis zum Leberversagen führen.

Eine frühzeitige Diagnose und eine schnelle und umfassende Therapie sind entscheidend für das Leben des Tieres. Die wichtigste Behandlung ist die Fütterung. Da eine normalgewichtige Katze am Tage ca. 300-400 kcal/Tag benötigen, ist eine Zwangsernährung mittels Spritzen kaum möglich. In der Regel brauchen die Tiere eine Sondenernährung über einen Zeitraum von 3-6 Wochen. Mit Hilfe einer Ösophagussonde kann der Besitzer die Fütterung sogar von zu Hause aus übernehmen.

Möchten Sie mehr über Lebererkrankungen bei der Katze erfahren? Dann lesen Sie den Fortbildungsbeitrag zur hepatischen Lipidose und Cholangitis von Nicole Luckschander-Zeller und Katharina Hittmair in der Aprilausgabe der Kleintierpraxis.