Pruritus | Interleukin 13 25.07.2018

Gegen atopische Dermatitis impfen?

Um Atopikern den Juckreiz zu nehmen gibt es bereits vielversprechende Therapiemöglichkeiten. Nachteil: Die Medikamente müssen häufig verabreicht werden. Eine neue Idee ist es, zu impfen.

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Eine zentrale Rolle für die Entstehung und Unterhaltung des Juckreizes bei der caninen atopischen Dermatitis (CAD) spielt das Zytokin IL-31. Kann man es hemmen bzw. blockieren und so eine Rezeptorbindung verhindern, wirkt sich dies positiv auf den Juckreiz aus. Zugelassene Medikamente, wie der Januskinase-(JAK-)Inhibitor Oclacitinib oder der monoklonale Antikörper Lokivetmab setzen hier an, müssen aber häufig verabreicht werden.

Eine neue Idee: Den Hund die Antikörper selbst produzieren lassen, und zwar mit einem therapeutischen Impfstoff speziell gegen das canine IL-31. Der Ansatz stammt von einer Forschergruppe um den Schweizer Immunologen und Humanmediziner Martin Bachmann. Geblindete Versuche mit gegen Hausstaubmilben sensibilisierten Hunden zeigten, dass alle geimpften Tiere eine robuste Immunantwort entwickelten. Der höchste Antikörpertiter wurde hierbei bei den meisten Tieren nach der dritten Impfung erreicht. Ähnlich verhielt es sich mit dem Juckreiz: War der Pruritus vor Versuchsbeginn noch bei allen Hunden ähnlich stark ausgeprägt, zeigten geimpfte Hunde, deutlich weniger Juckreiz nach Allergenexposition als die Kontrollgruppe.

Einschätzung der Wissenschaftler: Die Forscher glauben, dass die Impfung für alle Hunde mit CAD eignet. Allerdings gehen sie davon aus, dass sie besser Rezidive verhindern kann, als in akuten Fällen zu wirken, da in der aktiven Phase neben vielen aktivierten Entzündungsprozessen auch viele verschiedene Juckreiz-Pathways eine Rolle spielen. Kontraindikationen gibt es nach derzeitigem Kenntnisstand nicht. Langzeitwirkungen können im Moment nur indirekt über die Nebenwirkungen anderer Medikamente beurteilt werden, die einen ähnlichen Wirkmechanismus haben. Dies gilt vor allem für den Antikörper gegen IL-31, der in den USA und seit letztem Jahr auch in Deutschland für den Hund zugelassen ist. Dieser Antikörper zeigt eine sehr gute Verträglichkeit.

Weitere Informationen und den Wirkmechanmismus können Sie in der Studie nachlesen.