Alternativmedizin | Studie 11.11.2019

Homöopathie bei Mastitis?

Alternativen zu Antibiotika in der Mastitistherapie sind willkommen – wenn sie wirken. Hier ein neuer Bericht zur homöopathischen Behandlung.

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Foto: Pressenza/fotolia.com

In einer Feldstudie auf fünf Betrieben in Norddeutschland wurde die Wirksamkeit des Homöopathikums Pyrogenium Compositum Inject (SaluVet GmbH) untersucht. Das Präparat wurde subkutan verabreicht – sechsmal im Abstand von 12 Stunden, gefolgt von viermal im Abstand von 24 Stunden. Die Vergleichsgruppe erhielt eine lokale Antibiose (Präparat gemäß Routine der Betriebe).
Die teilnehmenden Kühe wurden jeweils vom Landwirt ausgewählt, die Tiere wurden randomisiert. Bei allen Kühen lag eine gering- bis mittelgradige chronische Mastitis vor. Neben den klinischen Mastitissymptomen waren die Versuchskühe entweder dreimal in Folge über 400.000 Zellen/ml in der Milchleistungsprüfung oder hatten bereits zwei klinische Mastitisepisoden in der aktuellen Laktation. Ein Vorgemelk wurde vor Beginn der Therapie und dann nach etwa 7, 14 und 21 Tagen zytologisch und bakteriologisch untersucht. Jedes Tier konnte nur mit einem Mastitisfall an der Studie teilnehmen.

Die Ergebnisse
Es wurden 75 Tiere mit Pyrogenium® und 75 Tiere lokalantibiotisch behandelt. Die vorherrschenden Keime waren Staphylococcus aureus und Streptococcus uberis. Das Keimspektrum war zwischen beiden Behandlungsgruppen etwas unterschiedlich (mehr Kontaminanten in der Antibiotika-Gruppe; mehr Staphylokokken in der Pyrogenium-Gruppe). Die Behandlungsergebnisse waren wie folgt:
klinische Heilung unter Pyrogenium 60 Prozent, unter Lokalantibiose 55 Prozent
bakteriologische Heilung unter Pyrogenium 40 Prozent, unter Lokalantibiose 49 Prozent
zytologische Heilung unter Pyrogenium 9 Prozent, unter Lokalantibiose 13 Prozent
Wiederholungsfälle auf den behandelten Vierteln innerhalb von 60 Tagen unter Pyrogenium 25 Prozent, unter Lokalantibiose 32 Prozent.
Der numerische Unterschied zwischen den Therapieformen war für keinen dieser Parameter statistisch signifikant

Die Schlussfolgerung
Die Autoren schließen aus diesen Ergebnissen, dass eine alleinige Therapie mit Pyrogenium für gering- bis mittelgradige chronische Mastitiden eine Alternative zur antibiotischen Therapie darstellen kann. Zwar fehlt dieser Studie eine Placebo-Gruppe, sodass der Effekt von Selbstheilungen nicht berücksichtigt werden konnte. Dennoch wird eines deutlich: Die Antibiose war nicht besser als die Homöopathie. Das ist ein klares Ergebnis, über das man durchaus nachdenken sollte. Christiane Fetzer