Fachzeitschriften Fortbildungsartikel 15.04.2008

Hüftgelenksdysplasie (HD) – Entstehung, Erkennung, Bekämpfung



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Zusammenfassung
Die HD ist eine „erblich bedingte postnatale Fehlentwicklung des Hüftgelenkes“, bei der Gelenkpfanne und Oberschenkelkopf nicht korrekt zueinander passen. Neben primären Fehlbildungen von Gelenkkopf und -pfanne wird das Vorliegen eines lockeren Gelenkes (Subluxation, Luxation) als wesentliches Kriterium der HD angesehen. Bei der HD-Diagnostik muss man zwischen der HD als klinisch relevante Erkrankung, die mit Schmerzen und Lahmheit verbunden ist, und der E instufung der Röntgenbefunde als Basis für eine züchterische Selektion unterscheiden. Bei der Einstufung der Röntgenbefunde als Basis einer züchterischen Selektion spielt die klinische Relevanz keine R olle. Für züchterische Selektionsmaßnahmen wird die HD nach den Kriterien der FCI in 5 Kategorien eingeteilt. Je nach Anwesenheit und Ausprägung definierter röntgenologischer Befunde erfolgt die Einstufung in: A = kein Hinweis auf HD, B = Grenzfall, C = leichte HD, D = mittlere HD und E = schwere HD. Basis der Auswertung sind Röntgenaufnahmen des Beckens in Rückenlage mit gestreckten Oberschenkeln. Die wesentliche R olle bei der Entstehung der HD spielt die genetische Veranlagung. Umwelteinflüsse (Fütterung, Belastung) können bis zu einem gewissen Grad bei veranlagten Tieren die Ausprägung der HD beeinflussen. Die Heritabilität der HD liegt zwischen 20 % und 40 %. Die erreichten Selektionsergebnisse sind allerdings noch nicht befriedigend. Der Einsatz von Zuchtwertschätzungen könnte den Erfolg deutlich verbessern. Allerdings wird durch die häufig vorgenommene Vorselektion der auszuwertenden Röntgenaufnahmen diese Methode unzuverlässig. Alternative Möglichkeiten der direkten und indirekten Selektion gegen HD werden besprochen. Mit der Fertigstellung der Genomkarte des Hundes ergeben sich deutlich verbesserte Möglichkeiten, genetisch komplexe Merkmale wie die HD mittels molekulargenetischen Analysen aufzuklären. In Untersuchungen beim Deutschen Schäferhund wurden Genmarker für die HD gefunden, mit denen eine Voraussage für die Vererbung der HD und die Wahrscheinlichkeit des Auftretens beim älteren Hund möglich ist.

Schlüsselwörter:
Hüftgelenksdysplasie HD, Ursachen, Diagnostik, Genetik, Zucht, Selektion, Genomannalyse


Summary
Hip dysplasia – development, recognition, control
Hip dysplasia (HD) is an inherited postnatal abnormal development of the hip joint, in which the acetabulum and the head of the femur do not fit together. In addition to primary malformations of the head of the femur and the acetabulum, the presence of a loose joint (subluxation, luxation) is also seen as an important fundamental criterion of HD. In the diagnosis of HD, there should be a differentiation between HD as a clinically relevant disease associated with pain and lameness, and its classification as a radiological diagnosis as a basis for breeding selection. The clinical relevance does not play any role in the radiographic screening used for breeding selection. For breeding selection, HD is subdivided into five categories according to the criteria of the Federation Cynologique Internationale (FCI). Depending on the presence and degree of defined radiological changes, HD is classified as A = no signs of HD, B = near normal hips, C = mild HD, D = moderate HD, and E = severe HD. The basis of the assessment is a radiograph of the hips in dorsal recumbency with extended thighs. The most important factor in the development of HD is genetic predisposition. E nvironmental influences (e.g. nutrition, use) can influence the development of HD in predisposed animals to a certain degree. The heritability of HD lies between 20 % and 40 %. The results of breeding selection methods are still unsatisfactory. The use of breeding values could improve the success considerably; however, these methods are often unreliable due to the frequently undertaken preselection based on the radiological screening of the hips. Alternative methods for direct and indirect selection criteria for HD are discussed in this paper. With the completion of the genome map of the dog, better methods of discerning genetically complex characteristics such as HD using molecular genetic analysis have arisen. In investigations in the German Shepherd, genetic markers have been found that can predict the inheritability of the HD and with which probability HD can occur in the older dog.

Keywords:
hip dysplasia, HD, causes, diagnosis, genetics, breeding, selection, genome analysis

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