Verhalten | Corona-Krise 24.03.2020

Hunde: Warum unser Homeoffice sie anstrengt

Sie sind halt doch Gewohnheitstiere: Verhaltensexpertin Carina Kriegl erklärt, in wiefern die Alltagsveränderungen durch die Corona-Pandemie unsere Haustiere belastet und warum Kopfarbeit Sinn macht.

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Foto: alexei_tm - stock.adobe.com

  • Die Veränderung von Routinen kann Haustiere emotional belasten,
  • Katzen gewöhnen sich an mehr Gesellschaft und müssen sich ans Alleinsein wieder gewöhnen,
  • Kopfarbeit kann helfen Tiere immerhin mental zu fordern.

Durch das Kontaktverbot und Home-Office verändert sich nicht nur das Leben der Menschen, auch für Haustiere sind sie ein Einschnitt. „Besonders die Veränderung von Routinen können für das Emotionalleben von Hunden aber auch Katzen eine Belastung darstellen“, erklärt Verhaltensexpertin Carina Kriegl. So finden die Gassigeh-Runden zu anderen Zeiten statt, um Stoßzeiten zu vermeiden, die Routen ändern sich, Sozialkontakte und etwaige Trainingseinheiten bleiben aus. „Es kann einen Hund auch stressen, wenn plötzlich alle immer zuhause sind. Er ist es möglicherweise gewohnt, dass er am Vormittag einmal vier Stunden alleine ist, sich ausruhen kann“, so die Tierärztin. Wenn es Katzen zuviel wird, ziehen sie sich zurück. Dadurch, dass Herrl oder Frauerl jetzt aber ständig verfügbar sind, interagieren sie natürlich mehr mit ihrem Samtpföter, spielen oder kuscheln öfter. „Das Problem könnte dann entstehen, wenn wieder Normalität einkehrt, die Katze dann zuzusagen auf Entzug ist. Da wäre es wichtig, die Katze langsam ans Alleinsein zu gewöhnen“, empfiehlt Carina Kriegl.

Wenn in nächster Zeit die langen Spazierrunden und das ausgelassene Herumtollen mit anderen Hunden ausfällt, sollten sich Hundebesitzer andere Beschäftigungen für ihren Vierbeiner überlegen. Laut Kriegl könnten die Tiere den Stress der Veränderung zwar ein Wochen kompensieren, dann sollten sich Besitzer doch etwas einfallen lassen. Hierbei gilt: Auch geistige Anstrengung macht müde und fordert heraus. Dazu sind gar nicht ausgeklügelte Spielzeuge notwendig. Jeder hat Kartons, Tücher oder Klopapierrollen zuhause. Damit lassen sich tolle Futtersuch- oder Auspackspiele gestalten. So können Futterbrocken in der Wohnung – auf glatten Oberflächen, am Teppich, in Kartons, unter Tüchern – versteckt werden. Oder das Futter in Zeitungspapier einwickeln. Bei Eierkartons und Klopapierrollen die Enden zuklappen, damit diese zerlegt werden müssen, um ans Futter zu kommen.

Für mehr Ideen hier ein paar nützliche Links: 

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