Leitlinien | Wiederkäuer 01.06.2018

Impfen nach Ampel

Zwei Premieren bei der Ständigen Impfkommission Vet: Die Experten haben Leitlinien für landwirtschaftliche Nutztiere veröffentlicht und darin erstmalig ein Ampelsystem eingeführt.

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Foto: Karin Lason

Ob Milcherzeugung, Mutter­kuhhaltung oder Mast: In der Rinderzucht gibt es sehr viele unterschiedliche Nutzungsrichtungen. Diese stellen wiederum verschiedene Anforderungen an die Immunprophylaxe der Tiere. Um dem zu begegnen, führt die Ständige Impfkommission Vet ihre neu und erstmalig herausgegebenen Impf­empfehlungen für Rinder und kleine Wiederkäuer entsprechend den Haltungs- und Nutzungsarten an.

Für jede Nutzungsrichtung gibt es zudem Krankheitstabellen mit Farbampeln. In Anlehnung an das Konzept der Core/Non-Core-Impfungen können Praktiker so schnell erfassen, welche Impfung dringend empfohlen wird (drei grüne Punkte = Ampel grün), welche nach behördlicher Genehmigung möglich (Ampel gelb) und welche verboten ist (rot). Eine Besonderheit der landwirtschaftlichen Nutztiere ist natürlich auch, dass sich die Vakzinierung an ökonomischen Überlegungen orientiert. Impfschemata sind zudem nicht starr anwendbar, sondern müssen auf den Seuchenstatus der einzelnen Herde bzw. der Region abgestimmt sein. Hier ist die Expertise des betreuenden Tierarztes gefragt, das Risiko einzuschätzen. Je nach Herde und darin auftretenden Erkrankungen ist es möglich, dass auch in direkt benachbarten Betrieben unterschiedliche Impfschemata zur Anwendung kommen.

Im Falle von kleinen Wiederkäuern empfiehlt die StIKo Vet., Endoparasiten vor der Impfung auszuschließen . Bei einem Befall sollte zunächst entwurmt werden. Böcke sollten in das Impfregime der Muttertiere integriert und die Terminwahl der Impfungen mit dem Rittmanagement abgestimmt werden. Lisa Petersen

Hier lesen Sie die Impfleitlinie Wiederkäuer online. Ein gedrucktes Exemplar erhalten Sie als Beilage mit der aktuellen Ausgabe von Der Praktische Tierarzt.