Kleintierpraxis 14.04.2019

Infektion mit Anaplasma phagocytophilum bei einer Katze

Anaplasma phagocytophilum infection in a cat

Zusammenfassung
Eine sieben Jahre alte, männlich kastrierte Freigängerkatze der Rasse LaPerm Longhair aus Berlin wurde wegen Inappetenz und Lethargie vorgestellt. Die klinische Untersuchung ergab Fieber mit einer Rektaltemperatur von 40,8 °C. Weiterhin war die Katze von einer Zecke der Spezies Ixodes ricinus befallen. Abweichende Laborbefunde bei Erstvorstellung in der Kleintierklinik der Freien Universität Berlin waren Leukopenie, Thrombozytopenie und Hyperproteinämie mit Hyperglobulinämie. Im weiteren Verlauf entwickelten sich eine Anämie und Azotämie. Die Diagnose einer Infektion mit Anaplasma (A.) phagocytophilum wurde durch den mikroskopischen Nachweis von Morulae in neutrophilen Granulozyten, dem PCR-Nachweis der Erreger-DNA im EDTA-Blut sowie eines positiven IFAT (Immunfluoreszenz-Antikörper- Test, Titer 1:40) gestellt. Doxycyclin wurde über 21 Tage verabreicht. Unter Therapie normalisierten sich die Rektaltemperatur, die Futteraufnahme und Laborwerte. An Tag 9 waren die A. phagocytophilum- PCR und der IFAT bei gleichbleibendem Titer weiterhin positiv. Bei der Kombination von Freigang bzw. Zeckenbefall und entsprechenden klinischen Befunden sollte eine Infektion mit A. phagocytophilum bei der Katze differenzialdiagnostisch berücksichtigt werden. Auch Katzen sollten aufgrund der Gefahr vektorübertragener Infektionen gegen Ektoparasiten geschützt werden.

Schlüsselwörter
feline granulozytäre Anaplasmose, vektorübertragene Infektion

Summary
A seven-year-old, castrated male LaPerm Longhair cat living in Berlin with outdoor access was presented because of lethargy and a lack of appetite. Its rectal temperature was 40.8 °C. The cat was infested by a tick of the species Ixodes ricinus. The laboratory abnormalities at the time of first presentation in the Small Animal Clinic of the Freie Universität Berlin included leucopenia, thrombocytopenia and hyperproteinaemia with hyperglobulinaemia. During the course of the disease, the cat developed a mild anaemia and azotaemia. A diagnosis of Anaplasma (A.) phagocytophilum infection was established through the microscopic evidence of morulae in the cat’s neutrophilic granulocytes, the detection of pathogen DNA via A. phagocytophilum PCR in EDTA blood, and the detection of antibodies to the parasite using an IFAT (immunofluorescence antibody test; titre 1:40). Doxycycline was given orally over 21 days. The rectal temperature, food intake and laboratory abnormalities normalised, while the A. phagocytophilum PCR and IFAT results remained positive. An A. phagocytophilum infection should be on the list of differential diagnoses in a cat with outdoor access and/or tick infestation, and clinical signs suggesting the presence of such an infection. Cats should be treated with anti-ectoparasitic agents in order to prevent vector-borne infections.

Keywords
feline granulocytic anaplasmosis, vector-borne infection

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