Fachzeitschriften Fortbildungsartikel 15.02.2013

Ätiologie, Epidemiologie und Diagnose der Felinen Infektiösen Peritonitis (FIP)

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Zusammenfassung
Zwar ist die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) eine seit mehr als 50 Jahren bekannte tödlich verlaufende Infektionserkrankung der Katzen, in den letzten zwölf Jahren haben sich jedoch im Bereich der Ätiologie und Pathogenese neuere Erkenntnisse eröffnet. Es wird stark vermutet, dass das FIP-auslösende Coronavirus durch eine Mutation aus dem enteralen felinen Coronavirus entsteht. Eine Übertragung der FIP von Katze zu Katze ist somit auf natürlichem Weg praktisch nicht möglich. Die Prävalenz der FIP nimmt in den letzten Jahren zu, betrifft aber vor allem jüngere Tiere. Die klinischen Symptome sind vielfältig und unspezifisch. Auch Veränderungen in den Routine-Laboruntersuchungen sind meist unspezifisch. Direkte und indirekte Erregernachweise können nicht zwischen enteralen Coronaviren, die eine milde Enteritis hervorrufen können, und mutierten Coronaviren, welche die tödliche FIP verursachen, unterscheiden.Die Verdachtsdiagnose FIP wird häufig gestellt, der Beweis der Diagnose kann aber schwierig sein, vor allem wenn der typische Aszites fehlt. Als bestes Diagnostikum ist somit ein Algorithmus aus Klinik, Routinebefunden, aber auch molekularbiologischen Tests geeignet, eine FIP zu diagnostizieren. Der oft propagierte Rivalta-Test aus Erguss scheint jedoch zu viele falsch negative Resultate zu liefern, um in der Routinediagnostik brauchbar zu sein. Demgegenüber hat der RT-PCR-Test aus Ergussflüssigkeit eine Genauigkeit von 98 % zum Ein- oder Ausschluss einer feuchten Form der FIP und kann als initialer Test empfohlen werden. Eine sichere Prophylaxe oder kurative Therapie ist bis heute nicht bekannt und die Prognose ist infaust.

Schlüsselwörter:
Infektionserkrankung, Feliden, Virusinfektion, Rivalta-Test, Aszites

Summary:
Aetiology, epidemiology and diagnosis of feline infectious peritonitis (FIP) Feline infections peritonitis (FIP) is a deadly infectious disease of cats, well known for > 50 years but new knowledge has been gained in various aspects of its aetiology and pathogenesis in recent times. It is assumed that the virus causing FIP develops via an in-vivo mutation from the feline enteric coronavirus. Thus, direct transmission of FIP virus from cat to cat can be excluded. During the past few years, the prevalence of FIP has been increasing, affecting mostly young animals. The clinical signs are numerous and non-specific as are the routine laboratory findings. Unfortunately, neither direct nor indirect detection of the virus can differentiate between the enteric corona virus, causing mild enteritis, and the deadly mutated corona virus causing FIP. A presumptive diagnosis of FIP is common; however, without the typical effusions it is difficult to confirm. Using an algorithm based on clinical findings, routine laboratory and molecular test results is the best way to reach a definite diagnosis. The Rivalta test, often cited as having excellent sensitivity, seems to be associated with many false negative results and therefore cannot be recommended as a routine screening test. However, RT-PCR from pleural or peritoneal fluid has shown to be 98% accurate for diagnosing the effusive form of FIP and is most likely the best initial test. Reliable prophylaxis and curative therapy are unknown so far and prognosis is still forlorn.

Keywords:
infectious diseases, felids, virus infection, Rivalta test, ascites

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