Katze | Sozialverhalten 18.07.2019

Kaninchenpheromon als Streitschlichter?

Eine Studie untersucht, ob das Pheromon 2M2B das Aggressionsverhalten in Mehrkatzenhaushalten beeinflusst.

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Foto: Tom Wang - stock.adobe.com

Wenn Katzen vergesellschaftet werden, gibt es häufig Stress. Katzenhalter berichten, dass Kämpfe und aggressives Verhalten zwischen Katzen vor allem anfangs problematisch sind. Häufig werden neu hinzugewonnene Tiere wieder abgegeben und enden im Tierheim, wenn sie sich mit den bereits vorhandenen nicht verstehen und beginnen, ihr Territorium mit Urin zu markieren. Zwischen Katzen spielt neben der Körpersprache und Vokalisation auch die olfaktorische Kommunikation mittels Semiochemikalien (= Botenstoffe/Pheromone) eine Rolle. Diese werden über das oronasale Organ quasi eingesogen. Bisher gibt es wenige pharmazeutische Möglichkeiten, um innerartliches Aggressionsverhalten und das Harnmarkieren von Katzen zu bekämpfen. FeliwayTM war in Studien zwar erfolgreich, muss allerdings täglich angewendet werden und führte bei einigen Tieren in Mehrkatzenhaushalten zu vermehrtem Harnmarkieren.
Eine aktuelle Studie hat nun die Wirkung eines weiteren Geruchstoffs untersucht: Hierfür wurde das maternal-neonatale Kaninchenpheromon 2-methyl-2-butenal (2M2B) auf die Einstreu von Katzentoiletten gesprüht und den Katzen der Studie zusätzlich zu einer unbehandelten Toilette zur Verfügung gestellt. In einem zweiten Versuch wurde zur Aggression neigenden Katzenpaaren entweder eine mit dem Geruchsstoff behandelte Toilette oder eine unbehandelte Kontrolltoilette angeboten.

Ergebnisse
In den Untersuchungen lösten sich die Katzen bevorzugt im besprühten Katzenstreu. In Versuch zwei zeigten die Tiere mit Zugang zur unbehandelten Toilette innerhalb der ersten sechs Stunden mehr Aggressionsverhalten und eine längere Toilettennutzungsdauer zwölf und 18 Stunden nach der Verpaarung. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass 2M2B einen Einfluss auf das (Aggressions-)Verhalten von Katzen hat, und machen das Pheromon für die Verbesserung des Wohlbefindens gestresster Katzen in Mehrkatzenhaushalten interessant. ( lp)

Lesen Sie die Originalstudie hier.