Gewusst wie | artgerechte Fütterung 12.12.2018

Katzenfutter will gejagt werden

Wichtig ist nicht nur, was wir den kleinen Raubtieren füttern, sondern auch, wie sie die Mahlzeiten serviert bekommen.

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Foto: Agustín Esmoris - stock.adobe.com

Katzen sind einsame Jäger, ihre Beute ist klein und die Kaloriendichte gering. Daher investieren sie viel Zeit in die Jagd und fressen häufig kleine Portionen. Ist eine Maus gefangen, verzehrt die Katze sie alleine an einem geschützten Ort. Wie passt das mit einem ein- oder zweimal täglich servierten, randvollen Futternapf zusammen, um den sich in einem Mehrkatzenhaushalt zahlreiche Tiere drängeln?

Adipositas, Langeweile und Stress
Gar nicht, meinen die Autorinnen eines Consensus Statements der American Association of Feline Practitioners (AAFP). Sie glauben, dass diese derzeit weitverbreitete Art der Fütterung dazu führt, dass Katzen sich überfressen, übergewichtig werden und sich langweilen. Insbesondere in Mehrkatzenhaushalten könne die Fütterungspraxis zudem zu massivem Stress und in der Folge zu Erkrankungen wie Zystitis führen.

Für Futter sollen Katzen arbeiten
Die Expertinnen empfehlen daher, für jede Katze ein individuelles Fütterungsprogramm zu entwickeln, das soweit möglich das natürliche Verhalten nachahmt. Katzen sollten mehrfach am Tag kleine Portionen fressen. Trockenfutter kann dabei in sogenannten Puzzle Feedern oder Fummelbrettern angeboten sowie in der Wohnung versteckt werden, sodass die Katze sich die Mahlzeit erarbeiten muss. Erlaubt es der Gesundheitszustand, kann man dabei ruhig in 3D denken und Futter auch mal auf dem Regal oder Fensterbrett servieren. Futterautomaten können hilfreich sein, um über den Tag verteilt kleine Mahlzeiten anzubieten.

Ein ruhiger Platz zum Fressen
In Mehrkatzenhaushalten sollte es ausreichend Futter- und Wasserplätze mit Sichtschutz geben, damit die Katzen nicht gezwungen sind, gemeinsam zu fressen. Dabei sollte die Gruppendynamik beachtet und für jedes Tier ein Platz gefunden werden, an dem es sich sicher fühlen kann. (VM) 

Lesen Sie die Originalpublikation https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/1098612X18791877.