Kater | Gestagentherapie 21.11.2018

Kennen Sie die „Besitzer-induzierte“ Fibroadenomatose?

Tritt die für weibliche an Fibroadenomatose erkrankte Tiere typische Schwellung der Mammarkomplexe bei intakten Katern auf, könnte das an Therapieversuchen durch den Besitzer liegen.

 - 
Foto: Jessica Strauß

Die feline Fibroadenomatose ist eine reversible, oft massive, nicht-neoplastische Schwellung eines oder mehrerer Mammakomplexe bei der Katze. Dabei kommt es unter Einfluss von Hormonen und Wachstumsfaktoren zu einer reversiblen Zubildung von mesenchymalen und epithelialen Zellen im Gesäuge. Selten kann eine Fibroadenomatose bei Katern auftreten. Dort entsteht sie infolge einer Behandlung mit Gestagenen.

Noch ist nicht abschließend geklärt, ob neben Progesteron auch männliche Geschlechtshormone zur Hyperplasie der Mamma beitragen. Ein aktueller Fallbericht eines erkrankten Birmakaters, dessen Mammarhyperplasie nach Kastration zügig in klinische Remission ging, spricht dafür. Allerdings ist es auch möglich, dass sich die Schwellung spontan gebessert hätte.

Die Besitzer-induzierte Fibroadenomatose
Diese Form muss beim spontanen Aufreten der Mammarhyperplasie bei intakten Katern in Betracht gezogen werden. Sie kann in Folge der Selbsttherapie unerwünschter Verhaltensweisen des Zuchtkaters durch den Tierhalter auftreten. In Züchterforen im Internet gibt es zum Beispiel Diskussionen über „tomcat contraception pills“ (z. B. Androkur® 50 mg Tabletten, Bayer AG, Leverkusen, D). Auch wenn dieses Präparat nicht für die Veterinärmedizin zugelassen ist, wird es zum Verhindern von ungewolltem Markierungsverhalten und anderem ungewünschtem, geschlechtsbedingtem Verhalten der Zuchtkater außerhalb der Zuchtsaison von Katzenzüchtern „empfohlen“. Auch die unbeabsichtige Exposition mit progesteronhaltige Crémes und Salben, welche in der Humanmedizin zur Therapie von Wechseljahrbeschwerden und beim prämenstruellen Syndrom eingesetzt werden, wäre denkbar.

Falls Sie einen solchen Kater in der Praxis haben sollten, fragen Sie anamnestisch nach, um die besitzerinduzierte Fibroadenomatose auszuschließen!

Copyright Titelbild: grafikplusfoto - Fotolia.com