Journal Club 04.02.2020

Mit Futterzusatzstoffen gegen die Mitralendokardiose des Hundes

Die Mitralendokardiose stellt eine häufige Herzerkrankung des Hundes dar. Da nicht heilbar, fokussieren neue Therapieansätze auf die Verzögerung des Krankheitsfortschritts. Welche Wirkung dabei ausgewählte Futterzusatzstoffe haben, hat eine aktuelle Studie untersucht.

Insbesondere beim älteren Hund stellt die Mitralendokardiose eine der häufigsten Herzerkrankungen dar. Ihr progredienter Verlauf ist von einem ausgedehnten präklinischen Stadium mit anschließender kurzer klinischer Phase geprägt. Durch die Klappendegeneration kommt es zum Blutruckfluss und die Erkrankung endet im Herzversagen mit Stauungszeichen.

Das Ziel: Verlängerung des präklinischen Stadiums
Zeigt ein Hund stauungsbedingte Anzeichen der Herzinsuffizienz, so hat die Klappendegeneration ein Stadium erreicht, in welchem der Fortschritt nicht mehr gebremst werden kann. Daher wird nach Therapieansätzen gesucht, welche die präklinische Phase verlängern und die Degeneration in diesem Stadium verzögern können. Nach aktuellem Wissensstand gelten ein Energiemangel des Myokards aufgrund einer Funktionsstörung der Mitochondrien sowie oxidativer Stress als ursächliche Faktoren der Mitralendokardiose. Eine amerikanische Forschergruppe nahm sich daher zum Ziel, mittels spezifischer Diät diesen Faktoren entgegenzuwirken. Dazu wurde das Futter einer Probandengruppe mit leicht verwertbaren Fettsäuren sowie einer Mischung verschiedener herzschützender und antioxidativer Substanzen ergänzt. Unter den 36 Versuchshunden befanden sich 19 mit einer Mitralendokardiose im präklinischen Stadium. Die gesunden und erkrankten Hunde wurden zufällig in eine Kontroll- und Behandlungsgruppe aufgeteilt. Danach erhielten diese über sechs Monate normales Hundefutter beziehungsweise die mit Fettsäuren und Antioxidativa angereicherte Diät.
In der doppelblind geführten Untersuchung wurde der Erkrankungsfortschritt mittels Echokardiografie und Messung objektiver Parameter zur Größe des linken Vorhofs sowie mitraler Regurgitation bestimmt.

Vielversprechende Ergebnisse
Dabei zeigte sich in der Behandlungsgruppe nicht nur ein Ausbleiben des Krankheitsfortschritts, sondern bei mehreren Hunden sogar eine signifikante Verbesserung der ermittelten Parameter. Diese zeigten sich am deutlichsten in der Reduktion der linken Vorhofgröße. Demgegenüber kam es bei mehreren Hunden in der Kontrollgruppe zum Fortschreiten der Erkrankung. Einschränkend zu diesen vielversprechenden Ergebnissen müssen die geringe Probandenzahl und die einseitige Rassenverteilung (32 von 36 Hunden waren Beagles) erwähnt werden. Klinische Studien mit mehr Hunden sind erforderlich, um die Wirksamkeit der Diät zu bestätigen. Im besten Fall konnte Letztere das Auftreten der Mitralendokardiose deutlich verzögern.
CHRISTIAN SCHIFFMANN

Originalpublikation: Li Q, Heaney A, Langenfeld-McCoy N, Vester Boler B, Laflamme DP (2019): Dietary intervention reduces left atrial enlargement in dogs with early preclinical myxomatous mitral valve disease: a blinded randomized controlled study in 36 dogs. BMC Vet Res 15: 425.
DOI 10.1186/s12917-019-2169-1.