Wirtschaft | Covid-19 11.06.2020

Konjunkturpaket: Prämien für Azubis, Mehrwertsteuersenkung

Wer trotz Corona-Krise weiter ausbildet, soll mit bis zu 3.000 Euro Prämie gefördert werden. Ebenso gilt ab dem 01.07 eine Senkung der Mehrwertsteuer, was es in den Praxisprogrammen zu ändern gilt.

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Viele Betriebe und auch Tierarztpraxen bekommen die Folgen der Coronakrise zu spüren. Der Koalitionsausschuss hat sich am 3. Juni 2020 auf Eckpunkte eines Konjunkturpakets geeinigt, das die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abfedern soll. Es umfasst gezielte Maßnahmen im Volumen von insgesamt rund 130 Milliarden Euro. Unter anderem soll Beschäftigung gesichert, Alleinerziehende unterstützt und die Kaufkraft angekurbelt werden. Im Bezug auf Ihre TFA´s sehen die „Allianz für Ausbildung“ folgende Prämien vor:

  • 2.000 Euro pro abgeschlossenem Ausbildungsvertrag erhalten Betriebe, die die Zahl ihrer Ausbildungsplätze verglichen mit den vergangenen drei Jahren nicht verringern.
  • 3.000 Euro gibt es, wenn die Zahl der Verträge noch aufgestockt wird, pro zusätzlichem Vertrag.
Die Prämien werden am Ende der Probezeit ausgezahlt.

Betriebe, die ihre Ausbildungsaktivität trotz Corona-Belastungen fortsetzen und Ausbilder und Azubi nicht in Kurzarbeit bringen, sollen ebenfalls eine Förderung erhalten. Ebenso sollen Ausbilder, die in diesem Jahr Azubis aus insolventen Unternehmen übernehmen, eine Übernahmeprämie erhalten. Die Höhe steht noch nicht fest.
Sollte sich die Situation auf dem Ausbildungsmarkt verschärfen, ist ein befristetes Programm geplant, das den Ausbildungsbetrieben die Möglichkeit bietet, Teile der Ausbildung an überbetriebliche Bildungsstätten zu übertragen.

Ziel der Maßnahmen ist, dass Azubis trotz der schwierigen Situation ihre Ausbildung fortsetzen und abschließen können. Zudem soll sichergestellt werden, dass auch in den kommenden Ausbildungsjahren genügend Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen.

Mehrwertsteuer
Die Mehrwertsteuer wird befristet vom 01.7.2020 bis 31.12.2020 gesenkt. Der reguläre Steuersatz sinkt dabei von 19 Prozent auf 16 Prozent (z. B. für Medikamente), der reduzierte Steuersatz von 7 % auf 5 % (z. B. für Futtermittel). Das soll die Kaufkraft stärken und Tierbesitzern mit geringeren Einkommen zugutekommen. Praxisinhaber müssen daran denken, entsprechende Änderungen in ihren Praxisprogrammen vorzunehmen.