Schädling | Dermatitis 25.07.2019

Kontakt mit Nestern des Eichenprozessionsspinners vermeiden!

Im Hochsommer verpuppt sich die lästige Raupe zu einem harmlosen Falter. Doch nicht nur der Kontakt zu den behaarten Kriechtieren kann zu heftigen Reizungen führen.

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Foto: agrarmotive - stock.adobe.com

Im Frühjahr kam es aufgrund des heißen und trockenen Wetters in einigen Bundesländern zu einer massiven Vermehrung des Eichenprozessionsspinners (Thaumetopoea processionea). Der Schädling stellt auch jetzt noch eine gesundheitliche Gefahr für Menschen, Haus- und Weidetiere dar. Vom Falter selbst geht ab August zwar keine Gefahr mehr aus, doch können die Brennhaare aus den Nestern mit dem Wind weit verbreitet werden und noch jahrelang aktiv bleiben.

Gefährliche Gespinste
Die Brennhaare der Raupe enthalten das Nesselgift Thaumetopoein. Bei Mensch und Tier führt der Kontakt zu heftigem Juckreiz, allergischen Reaktionen und starken Reizungen von Haut, Augen und den Schleimhäuten der Atemwege. Ab Juli verpuppen sich die Tiere in großen, gespinstartigen Nestern, in die auch die nesselnden Brennhaare eingewebt sind. Tierbesitzer sollten achtsam sein und betroffene Gebiete bei Spaziergängen oder Ausritten meiden. Auf Weiden ist auch auf Heu und Tränken zu achten. Die Gespinste sollten auf keinen Fall selbst entfernt werden, stattdessen ist das zuständige Ordnungsamt zu informieren. Die Beseitigung der Nester kann fachmännisch durch Spezialfirmen, meist durch Absaugung oder Biozideinsatz, erfolgen.
Bei Kontakt mit der Raupe oder ihren Nestern ist gründliches Abwaschen und Kühlen als Sofortmaßnahme zur Linderung von Juckreiz und Schwellungen angezeigt. Je nach Schweregrad erfolgt die Behandlung symptomatisch durch Antihistaminika und Kortikosteroide. Bei Atemnot kommen Bronchospasmolytika zum Einsatz.
Ines Linke