Gastrointestinaltrakt | Hund 25.06.2019

Kottransplantation bei Welpen mit Parvovirose

Parvovirose setzt dem Darmmikrobiom von Hunden erheblich zu. Eine Kottransplantation von gesunden Hunden auf betroffene Tiere kann helfen.

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Foto: Dogs - stock.adobe.com

Bei einer durch Parvoviren verursachten Durchfallerkrankung des Hundes ist keine kausale Therapie möglich. Die Behandlung besteht in unterstützenden Maßnahmen, jedoch kann die Rekonvaleszenz lange dauern und die Sterblichkeit hoch sein. Ein wichtiger Punkt ist die Wiederherstellung eines funktionierenden, physiologischen Darmmikrobioms. Hierzu bietet sich vor allem die Übertragung von Kot von gesunden Tieren an. Dies wurde von Pereira und Kollegen in einer Studie mit akut an Parvovirose erkrankten Welpen untersucht.

Intervention
Sechsundsechzig Hundewelpen mit Parvovirose in zwei Tierkliniken wurden in die Studie aufgenommen und zufällig in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe erhielt die Standardbehandlung (Flüssigkeitssubstitution und Antibiotika), die andere Gruppe erhielt zusätzlich eine Kottransplantation. Hierzu wurden 10 Gramm Kot von einem gesunden Hund in 10 Milliliter physiologischer Kochsalzlösung gelöst und sechs bis zwölf Stunden nach der stationären Aufnahme in das proximale Rektum verabreicht. Der Hund wurde für zwei Minuten mit dem Becken hochgelagert. Die Prozedur wurde alle 48 Stunden bis zum Verschwinden des Durchfalls wiederholt. Sedierung oder Narkose waren nicht erforderlich.

Ergebnisse
Bei allen Welpen wurde derselbe Parvovirusstamm mittels PCR nachgewiesen (Stamm CPV-2b). Bei den überlebenden Welpen ging die Kottransplantation mit einem schnelleren Verschwinden des Durchfalls einher (innerhalb von 48 Stunden bei 61,5 Prozent der Welpen gegenüber 4,8 Prozent ohne Kottransplantation) und einem kürzeren stationären Aufenthalt (drei Tage gegenüber sechs Tagen ohne Kottransplantation). Auch die Sterblichkeit war geringer (21,2 Prozent gegenüber 36,4 Prozent ohne Kottransplantation); dieser Unterschied war allerdings nicht statistisch signifikant. Es gab keine unerwünschten Nebenwirkungen der Prozedur.

Schlussfolgerung
Eine Kottransplantation ist eine preisgünstige, wenig invasive Methode, die den hier beschriebenen Ergebnissen zufolge eine lohnenswerte Ergänzung zur Standardtherapie darstellt. Sie verkürzt die Rekonvaleszenz, kann die Sterblichkeit senken und die Behandlungskosten reduzieren. Christiane Fetzer

Lesen Sie die Originalstudie hier.