Journal Club 11.02.2018

Kurkumine, grüner Tee und Kollagen

Diese potenziell entzündungshemmende Mischung von Nahrungsergänzungsmitteln wurde – ergänzend zu einer Diät – an Hunden mit Osteoarthritis getestet.

Unter Hunden ist die Osteoarthritis weitverbreitet. Sie ist verbunden mit chronischen Schmerzen, Lahmheit und damit auch mit einem Mobilitätsverlust. Eine Heilung im eigentlichen Sinne ist nicht möglich, sodass Hunde in der Regel eine lebenslange Therapie benötigen. Um Schmerzen und Entzündungen in den Griff zu kriegen, werden oftmals nichtsteroidale Antiphlogistika verschrieben. Nicht selten über einen längeren Zeitraum. Dies ist insofern problematisch, da nichtsteroidale Antiphlogistika bekanntermaßen auch mit unerwünschten Nebenwirkungen wie Magenulzera verbunden sein können.

Nicht nur Schmerzmanagement
Neben einem adäquaten Schmerzmanagement ist aber auch das Verhindern des fortschreitenden Knorpelabbaus ein wichtiger Behandlungsansatz. Da solche präventiven Maßnahmen zwangsläufig mit einer Langzeitanwendung verbunden sind, muss hier nach sicheren und nebenwirkungsarmen Behandlungsmöglichkeiten gesucht werden. Der Weg über die Ernährung oder Nahrungsergänzungsmittel scheint hier eine gute Möglichkeit zu sein.

Klinische Studie an Patientenhunden
Die in einer vorherigen In-vitro-Studie an humanen und bovinen Chondrozyten erfolgreich eingesetzte Mischung aus Kurkumin-Extrakten, hydrolysiertem Kollagen und grünem Tee wurde nun in einer klinischen Studie an insgesamt 42 Hunden mit Osteoarthritis angewendet und auf seine Wirksamkeit geprüft. Hierfür erhielten die Hunde über einen Zeitraum von drei Monaten entweder eine reguläre Diät (Kontrollgruppe) oder dieselbe Diät, ergänzt durch die oben genannte Mixtur (Studiengruppe). Die Wirkung wurde anhand objektiver (Serum-Biomarker, kinetische Analyse) und subjektiver Variablen (orthopädische Untersuchung, Beurteilung durch den Besitzer) geprüft.

Vergleich der Hundegruppen
Für die kinetische Analyse mussten die Hunde über eine spezielle Kraftmessplatte laufen. Die auf diese Weise gemessenen Bodenreaktionskräfte zeigten keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Von den vier untersuchten Parametern Lahmheit, Gelenkbeweglichkeit sowie Manipulations- und Palpationsschmerz gab es nach den drei Behandlungsmonaten im Vergleich zur Kontrollgruppe nur beim Manipulationsschmerz eine signifikante Verbesserung in der Studiengruppe. Laut Beobachtung der Besitzer nahmen die Schmerzen – gemessen anhand einer Schmerzskala – während des Untersuchungszeitraums in der Kontrollgruppe zu, während sie in der Studiengruppe gleich blieben. Auch die Fähigkeit aufzustehen war in der Studiengruppe signifikant besser als in der Kontrollgruppe.

Fazit
Objektiv messbare Variablen wie Serum-Biomarker oder das Messen der Bodenreaktionskräfte zeigten keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Trotzdem schienen die Anzeichen von Schmerz in der Studiengruppe, die über drei Monate die ergänzende Mischung erhielten, geringer zu sein. Weitere Studien mit einer größeren Studienpopulation sind nötig.

Gerda Bäumer

Originalpublikation:
Comblain F, Barthélémy N, Lefèbvre M, Schwartz C, Lesponne I, Serisier S, Feugier A, Balligand M, Henrotin Y (2017):
A randomized, double-blind, prospective, placebo-controlled study of the efficacy of a diet supplemented with curcuminoids extract, hydrolyzed collagen and green tea extract in owner’s dogs with osteoarthritis. BMC Vet Res 13: 395.