Verhalten | Psychologie 22.03.2019

Leben beim Helikopter-Halter

Wie wirkt sich die Persönlichkeit des Halters auf das Wohlbefinden von Katzen aus? Eine aktuelle Studie zeigt, dass bei emotional labilen Haltern häufig dicke Tiere mit problematischem Verhalten leben.

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Helikopter-Mütter, Helikopter-Halter, Helikopter-Hündinnen - all diese Begriffe beschreiben einen überfürsorglichen Persönlichkeitstyp. Tierärzte kennen ihn, kommt der Helikopter-Halter doch besonders häufig in die Sprechstunde.

Dass die Persönlichkeit von Menschen Beziehungen formt und dass das Zusammenleben mit bestimmten Persönlichkeitstypen wiederum die Entwicklung, das Verhalten und Wohlbefinden von Individuen beeinflusst, weiß man aus verhaltenspsychologischen Studien, deren Fokus meist auf der Untersuchung von Eltern-Kind-Beziehungen lag. Auch bei Hündinnen gibt es Untersuchungen, die vermuten lassen das überfürsorgliche Hündinnen ängstliche Welpen großziehen. Eine neue Studie hat sich nun mit Katzen und ihren Haltern beschäftigt. Wirkt sich die Persönlichkeit auf das Wohlbefinden der Tiere aus?

Die kurze Antwort lautet ja. Inbesondere bei Menschen, die im Persönlichkeitstest hohe Neurotizismus-Scores erhielten, sprich emotional labile, unsichere und ängstliche Charaktere, hielten ihre Katzen bevorzugt in der Wohnung und berichteten vermehrt von Übergewicht, agressivem Verhalten und mit Stress assoziierten Erkrankungen. Adipositas, Aggression, Stress und reine Wohnungshaltung- all das sind Faktoren, die laut der Wissenschaftler nicht für ein gutes Wohlbefinden der Tiere sprechen.

A pro pos Problemverhalten:
Am Donnerstag, den 9. Mai. 2019 um 19.30 Uhr findet ein virtueller Klassenraum zum Thema "Wenn Katzen fauchen" statt. Dort lernen Tierärzte von Expertin Kerstin Röhrs, wie sie verhaltensauffällige Tiere händeln und was sie Besitzern raten können. Zur Anmeldung geht es hier.