Leitfaden zur Interpretation von Lungenzeichnungen beim Kleintier – Teil 2

Klassischerweise werden Lungenveränderungen als alveolär, bronchial oder interstitiell klassifiziert. Die alveoläre Lungenzeichnung führt dabei zu der stärksten Dichteerhöhung der Lunge und geht mit einer Silhouettierung der Lungengefäße sowie andere benachbarter Weichteilstrukturen wie Herz oder Zwerchfell einher.

Die Lunge erscheint wie ein Spiegelbild der normalen Lunge mit einem hellgrauen Hintergrund mit schwarzen sich verzweigenden Linien. Unter Berücksichtigung der Verteilung alveolärer Veränderungen lässt sich die Liste an Differenzialdiagnosen häufig reduzieren. Die bronchiale Lungenzeichnung ist gekennzeichnet durch eine meist gering- bis mittelgradige Dichteerhöhung infolge einer Verdickung der Bronchialwände, welche sich als Tramlinien und Ringschatten darstellen. Die Liste an Differenzialdiagnosen für eine bronchiale Lungenzeichnung ist vergleichsweise kurz. Besondere Untergruppen der bronchialen Lungenzeichnung stellen bronchiale Mineralisationen und Bronchiektasien dar. Die diffuse, unstrukturierte interstitielle Lungenzeichnung kann zu einer geringen bis hochgradigen Dichteerhöhung führen. Die Lunge erscheint wie von einem Fliegengitter überlagert. Die Liste an Differenzialdiagnosen ist lang. Die noduläre interstitielle Lungenzeichnung ist durch das Vorliegen von weichteildichten Rundherden mit einer Größe von mehr als 5 mm; die miliare interstitielle Lungenzeichnung durch das Vorhandensein von vielen kleinen Knoten mit einer Größer von weniger als 5 mm gekennzeichnet. Die häufigste Diff erenzialdiagnose für die noduläre und die miliare interstitielle Lungenzeichnung ist das Vorliegen von Metastasen oder einer primären Neoplasie, wobei andere Differenzialdiagnosen möglich sind.


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Autor: Hartmann A
Quelle: Kleintierpraxis 62, Heft 10|2017, Seiten 608–626

© M. & H. Schaper GmbH

Leitfaden zur Interpretation von Lungenzeichnungen beim Kleintier – Teil 2

Autor:
Hartmann A
Quelle:
Kleintierpraxis 62, Heft 10|2017, Seiten 608–626
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Artikel zur Fortbildung:
Leitfaden zur Interpretation von Lungenzeichnungen beim Kleintier – Teil 2
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