bpt | Corona-Pandemie 27.03.2020

Liebe Kolleginen und Kollegen,

wir alle sind, glaube ich, überwältigt von der Schnelligkeit und Wucht, mit der das Corona­virus hier bei uns in Deutschland eingeschlagen ist und jetzt das Leben in unserem Land lahmlegt.

Die Bundeskanzlerin spricht sogar von der größten Krise seit dem Ende des zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren.
Auch wir praktizierenden Tierärzte sind von dieser Entwicklung betroffen. Vielleicht nicht so heftig wie andere Wirtschaftsbereiche. Kranke Tiere müssen weiter behandelt und versorgt werden, aber ungeschoren werden wir auch nicht bleiben. Verständlicherweise sind deshalb jetzt viele verunsichert, und zwar egal, ob Inhaber oder Angestellter, ob Kleintier- oder Nutztierpraktiker, ob große oder kleine Praxis oder Klinik. Unsicherheit herrscht ob Tierhalter weiterhin in die Praxen kommen (dürfen), wie lange die Situation anhält oder welche Hilfen und Unterstützung es im Zweifelsfall gibt.
Ich kann Ihnen versichern, dass wir als bpt alles tun, um gegenüber den Entscheidern in der Politik immer und immer wieder deutlich zu machen, dass Tierärzte ein wichtiger Bestandteil der Gesundheits-Infrastruktur und der Lebensmittelversorgung in diesem Land sind. Gerade in Krisenzeiten, wo es der Politik darum geht, die zuverlässige Versorgung der Bevölkerung mit Grundnahrungsmittel, wie Fleisch, Milch und Eiern zu gewährleisten, steht natürlich zuvorderst die Nutztier­praxis im Fokus. Erst recht, wenn die ASP oder ein H5N8 Fall die Situation zusätzlich zu verschärfen drohen. Aber auch die Kleintier- und Pferdepraxis muss funktionsfähig bleiben. Denn auch in Krisenzeiten gibt es Notfälle oder werden Hund, Katze und Pferd krank. Als Tierärzte, oder besser als ‚berufene Schützer der Tiere‘, sind wir hier in besonderer Weise verpflichtet zu helfen! Es darf zu keinen tierschutzrelevanten Szenarien kommen.

Schwieriger abzuschätzen ist, wie sich die Tierhalter verhalten werden. Je restriktiver die Maßnahmen der Politik zur Eindämmung des Virus ausfallen, desto mehr Einnahmeausfälle werden zu verkraften sein. Auch wenn vieles von dem später wieder nachgeholt werden dürfte – Liquiditätsengpässe sind in vielen Fällen vorprogrammiert. Gemeinsam mit dem Bundesverband der Freien Berufe setzen wir uns deshalb dafür ein, dass es für Freiberufler und Kleinunternehmen schnelle und unbürokratische Hilfe gibt. Bis Anfang April soll dafür ein Notfallfonds stehen. Und auch wenn das jetzt für viele Freiberufler komisch klingt, auch das Kurzarbeitergeld kann helfen, Kosten zu reduzieren, Liquidität zu sichern und Personal zu halten.
Der bpt wird SIE in dieser schwierigen Situation nicht alleine lassen. Nutzen Sie die Rechts- und Wirtschaftsberatung für den Fall, dass sie in wirtschaftlich schwieriges Fahrwasser geraten. Über unsere Homepage halten wir sie fortlaufend über aktuelle Entwicklungen und Hilfsprogramme auf dem Laufenden. Vor allem aber gilt es jetzt, mit einer starken Stimme die Interessen der Praktiker gegenüber der Politik zu vertreten. Corona wird die Welt verändern, aber unser Berufstand wird gestärkt aus dieser Krise hervorgehen. Kommen Sie gut durch diese bewegte Zeit und bleiben Sie gesund!


Ihr Siegfrid Moder