Journal Club 13.04.2018

Machen Futterspielzeuge faule Wohnungskatzen munter?

Besonders Wohnungskatzen bewegen sich sehr wenig und haben häufig Übergewicht. Eine Studie hat nun untersucht, ob Futterspielzeuge ein hilfreiches Tool für die Steigerung ihres Aktivitätslevels sein könnten.

Die Haltung von Katzen ohne Freigang führt zu einer höheren Inzidenz für zahlreiche Erkrankungen. Übergewicht stellt hierbei ein besonders weitverbreitetes Problem dar, das wiederum eine Vielzahl von Folgeerkrankungen wie Diabetes mellitus oder idiopathische Zystitis bedingt.
Um eine Gewichtsabnahme bei adipösen Katzen zu ermöglichen, muss eine negative Energiebilanz geschaffen werden. Dies lässt sich über eine geringere Futtermenge bzw. mittels fettarmer Diätfutter erreichen und sollte durch ein erhöhtes Aktivitätslevel unterstützt werden. Doch wie können Katzen, die von Natur aus einen großen Teil ihres Tages im Energiesparmodus verbringen, zu mehr Bewegung animiert werden? Eine Idee sind bei Besitzern beliebte Futterspielzeuge. Eine Pilotstudie hat nun wissenschaftlich untersucht, ob diese „Enrichment-Tools“ bei der Umsetzung eines Bewegungsprogramms hilfreich sein können.

Aktivitätsmesser am Halsband
In den Untersuchungszeitraum von fünf Wochen wurden 19 kastrierte Wohnungskatzen aus Mehrkatzenhaushalten eingeschlossen, die ein- bis zweimal täglich bzw. ad libitum mit kommerziellem Trockenfutter gefüttert wurden. Nach der klinischen Untersuchung und der Einstufung des Ernährungszustandes mittels BCS erhielten die Katzen einen geprüften Aktivitätsmesser für das Halsband, an den sie langsam gewöhnt wurden. Zudem wurden zwei Gruppen gebildet, in denen die Tiere entweder erst an die Fütterung aus dem Spielzeug und dann den Fressnapf gewöhnt wurden (Gruppe A) bzw. umgekehrt (Napf, dann Spielzeug, Gruppe B). Die Besitzer waren dazu angehalten, die gesamte Tagesration in mehreren Futterspielzeugen zu verteilen und an unterschiedlichen Plätzen in der Wohnung zu platzieren. In Woche vier fand eine Umkehr der Fütterungsmethoden statt.

Es macht keinen Unterschied
Es konnten keine statistisch messbaren Unterschiede der täglichen und wöchentlichen Aktivitätslevel zwischen beiden Gruppen festgestellt werden. Die Ergebnisse anderer Studien legen auch nahe, dass hierfür ein multimodales Enrichment nötig ist. Ebenso scheint die häufigere Fütterung kleiner Portionen gut geeignet, um Katzen zu mehr Bewegung zu motivieren. Trotz allem sorgen Futterspielzeuge immerhin für Abwechslung.
lp

Originalpublikation:
Raju N (2018): Pilot study evaluating the impact of feeding method on overall activity of neutered indoor pet cats. DOI: 10.1016/j.jveb.2018.02.001.