Journal Club 11.11.2018

Management von Coxiella burnetii

Das American College of Veterinary Internal Medicine hat in einem Consensus-Statement klare Worte zum Umgang mit C.-burnetii-Infektionen veröffentlicht.

Eine hochansteckende Zoonose
Die Coxiellose verläuft bei Rindern meist subklinisch, bei kleinen Wiederkäuern sieht man Spätaborte, Totgeburten und die Geburt lebensschwacher Nachkommen. Problematisch ist neben der massiven peripartalen Erregerausscheidung die persistente kleinzellige inaktive Form des Erregers, die bis zu Jahrzehnte in der Außenwelt persistieren und als Aerosol Tier und Mensch infizieren kann. Beim Menschen wird die Erkrankung als Q-Fieber bezeichnet. Selbst serologisch negative Tiere können den Keim ausscheiden. Das American College of Veterinary Internal Medicine (ACVIM) äußert sich zu Diagnostik, Management und Vermeidung einer Übertragung auf Menschen.

Diagnostik nur eingeschränkt aussagekräftig
Die meisten aufgrund von C. burnetii abortierenden Tiere sind nicht systemisch krank. Plazenta und abortierte Feten enthalten den Erreger oft massenhaft. Hohe Werte in der quantitativen PCR sprechen für C. burnetii als Abortursache. Prä partum bringt die PCR nichts, da der Erreger kaum im Vaginalsekret auftaucht. Serologische Untersuchungen sind wenig hilfreich, da sowohl seronegative Tiere abortieren als auch seropositive Tiere normal gebären. Zum Herdenscreening eignet sich die Untersuchung von Tankmilch; eine ELISA-positive Tankmilch zeigt eine Seroprävalenz von > 15 bis 20 Prozent an.

Management schwierig
Eine Wirksamkeit von Antibiotika gegen Coxiellose ist nicht belegt, das ACVIM rät vom Antibiotikaeinsatz ab. Als hilfreichste Maßnahme in Betrieben mit klinischer Manifestation wird die Vakzinierung mit einem Totimpfstoff genannt, flankiert von rigiden Hygienemaßnahmen. Ungerechtfertigt ist gemäß ACVIM das Töten aller trächtigen Tiere, wie es 2010 in den Niederlanden praktiziert wurde.

Übertragung auf den Menschen
Auch mit strenger Hygiene und persönlicher Schutzausrüstung gegen Aerosole, einschließlich gut sitzender N95-Masken, wird das Restrisiko einer Infektion als hoch eingeschätzt. Deshalb sollte es laut ACVIM hohe Priorität haben, einen gut wirksamen Impfstoff für den Menschen verfügbar zu machen – denn diesen gibt es bisher nur in Australien. CHRISTIANE FETZER

Originalpublikation:
Plummer PJ, McClure JT, Menzies P, Morley PS, Van den Brom R, Van Metre DC (2018): Management of Coxiella burnetii infection in livestock populations and the associated zoonotic risk: A consensus statement. J Vet Intern Med 32(5): 1481–1494.
DOI 10.1111/jvim.15229.