SARS-CoV-2 | Infektionsschutz 08.05.2020

Mitarbeiterschutz: Desinfektion in der Praxis

Praxisinhaber stehen in der Verantwortung für den Infektionsschutz ihres Personals zu sorgen. Doch welche Desinfektionsmittel sollten eingesetzt werden?

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- Praxisinhaber sind für den Infektionsschutz ihrer Mitarbeiter sowie der Patientenbesitzer verantwortlich.
- Der Arbeitsschutzstandard des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales ist hierbei als Mindeststandard anzusehen.
- Eine Studie zeigt, dass Praxisflächen mitunter unzureichend gesäubert werden.
- Die DVG hat eine Liste geeigneter Desinfektionsmittel veröffentlicht.
- Lieferengpässe sind nicht auszuschließen.

Zum Schutz von Mensch und Tier sind saubere, keimarme Oberflächen in der Tierarztpraxis essenziell. Doch anscheinend haben sie Seltenheitswert: Im Februar wurde im Journal for Small Animal Practice eine Studie veröffentlicht, deren Autoren fast 5.000 Oberflächen in Kleintierpraxen mit fluoreszierender Farbe markiert hatten. 24 Stunden später wurde mittels Schwarzlicht kontrolliert, wie es um die Reinigung stand. Das Fazit: Insbesondere Flächen, die eher mit Menschen als mit Tieren in Kontakt kommen, wurden nur unzureichend gesäubert und stellen eine potenzielle Gefahr dar. Und auch wer gründlich reinigt, könnte in nächster Zeit Probleme bekommen: Bei den zur Oberflächendesinfektion eingesetzten Mitteln drohen Lieferengpässe.

Mittel für die Tierhaltung
Der Ausschuss „Desinfektion in der Veterinärmedizin“ der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft empfiehlt, in diesem Fall auf Produkte in der „DVG-Desinfektionsmittelliste für die Tierhaltung“ zurückzugreifen, die sowohl im Wirkungsbereich „begrenzte Viruzide (behüllte Viren)“ (Spalte 7b) als auch im Wirkungsbereich „vorbeugende Desinfektion“ (Spalte 4b) gelistet sind. Diese Präparate wurden an Prüfviren mit hoher Tenazität erprobt, sodass auch eine entsprechende sehr gute Wirksamkeit gegenüber SARS-CoV-2 anzunehmen ist. Wichtig: Die bei 20 °C gelistete jeweils höhere Konzentration sollte nicht unterschritten werden! Nur dann werden auch andere Infektionserreger inaktiviert, die in tierärztlichen Praxen deutlich häufiger auftreten als SARS-CoV-2. Es empfiehlt sich außerdem, vor der Mittagspause zu desinfizieren, da für eine sichere Wirkung neben einer ausreichend großen Menge (ca. 400 ml/m2, ohne Nachwischen) auch eine Einwirkzeit von 30 Minuten nötig ist. (VM)