Traber | Verletzung 09.09.2019

Nicht immer ist Blut zu sehen

Rennpferde werden häufig nur in der Maulhöhle untersucht, wenn schon von außen Blut zu sehen ist. Dies ist jedoch trotz ernsthafter Läsionen nicht immer der Fall, wie eine Studie zeigt.

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Das Gebiss der Trense führt häufig zu schmerzhaften Verletzungen der Maulhöhle. Vor allem im Renn- und Turniersport stellt dies ein gängiges Problem dar, welches das Wohlbefinden der Tiere negativ beeinflussen kann. So fanden Wissenschaftler in Schweden bei 88 Prozent amerikanischer Traber Läsionen des Weichteilgewebes im rostralen Bereich der Maulhöhle. Bisher fehlte allerdings ein Scoring-System zur Beurteilung solcher Wunden, was den Vergleich unterschiedlicher Studien erschwerte. Dies wollte ein internationales Forscherteam ändern und untersuchte zu diesem Zweck 261 Traber auf 115 Rennen zehn unterschiedlicher Turnierveranstaltungen in Finnland. Die Wissenschaftler interessierten sich hierbei nicht nur für die Anzahl der oralen Läsionen, sondern auch für deren Typ (Quetschung/Hämatom oder Wunde), das Alter (akut/chronisch) und den Schweregrad (je nach Größe, Tiefe).

Maulhöhlenuntersuchung und Scoring
Die Maulhöhlenuntersuchung wurde fünf bis zehn Minuten nach dem Rennen von einem erfahrenen Pferdetierarzt durchgeführt und erfolgte ohne Sedation, Trense oder Maulgatter. Der Fokus der Untersucher lag auf akuten Läsionen, für die auch das Scoring entwickelt wurde. War die Mukosa verfärbt, aber oberflächlich intakt, wurde die Verletzung der Kategorie Quetschung/Prellung zu geordnet, während Stellen mit verletzter Mukosa als Wunden eingestuft wurden. Für die Größe verteilten die Untersucher einen (< 0,5 cm) bis höchstens vier (> 3 cm) Punkte. Die Tiefe wurde je nach Schwere der Verletzung der Submukosa
eingestuft. Schlussendlich wurden die Pferde in vier Gruppen eingeteilt: 1 (keine akuten Lä-sionen), 2 (akute, milde Läsionen), 3 (akute mittelschwere Läsionen) 4 (akute, schwere Läsionen).

Ergebnisse
Bei 84 Prozent der Pferde (n = 219) fanden die Untersucher akute Maulläsionen. In 21 Prozent der Fälle waren die Verletzungen leicht, bei 43 Prozent moderat und bei 20 Prozent schwer. Nur bei sechs Tieren war Blut außerhalb des Mauls ersichtlich. Dies zeigt, dass auch schwere Verletzungen nicht immer von außen durch Blutspuren erkennbar sind. Bisher schreiben die finnischen Pferdesport-Guidelines jedoch nur eine tierärztliche Untersuchung von Pferden vor, die aus dem Maul bluten. Dies gilt es zu überdenken. Das erarbeitete Scoring steht nun zur Einschätzung des Schweregrades oraler Verletzungen im Turniersport zur Verfügung. (LP) 

Lesen Sie die Studie hier.