Katzen | Diabetes 09.06.2015

Oft ist es Akromegalie

Eine von vier Hauskatzen mit Diabetes mellitus leidet an Hypersomatotropismus. Viele Tierärzte erkennen dies jedoch nicht.

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Akromegalie kommt bei Katzen laut einer aktuellen Studie des Royal Veterinary College viel häufiger vor, als bisher gedacht. Ein Tumor der Hypophyse verursacht dabei eine Hypersekretion von Wachstumshormon. Die Erkrankung wird nicht selten als Diabetes Typ 2 fehldiagnostiziert.
Die Londoner Forscher haben von Oktober 2003 bis April 2011 Daten von 1221 diabetischen Katzen aus ganz Großbritannien gesammelt. Über ein Viertel der Tiere (319) hatte einen erhöhten IGF-1-Spiegel im Blut, der auf eine Akromegalie hinweist. Bei 63 der Tiere mit erhöhtem IGF-1 wurde eine Computertomografie durchgeführt, welche die Diagnose in 89 Prozent der Fälle bestätigte. Diese Daten lassen darauf schließen, dass die Prävalenz des Hypersomatotropismus bei diabetischen Katzen in Großbritannien bei 24,8 Prozent liegt.
Nach einer Diagnose und operativen Therapie des Hypophysentumors geht auch der Diabetes bei den meisten Katzen in Remission. Wird die Diagnose Hypersomatotropismus hingegen nicht gestellt, endet der Versuch, den Diabetes zu therapieren oft in einer Euthanasie oder die Katzen beginnen langfristig an anderen Wachstumshormon-induzierten Problemen zu leiden, zum Beispiel Herzerkrankungen oder zentralnervösen Störungen.
Doch einen Verdacht auf Akromegalie hatten in der Londoner Studie nur 24 Prozent der Tierärzte, die Proben einschickten, die meisten Katzen zeigten keine typischen Symptome. Daher raten die Autoren zu einem routinemäßigen Screening auf Hypersomatotropismus bei Katzen mit spontan auftretendem Diabetes.
Die Originalpublikation finden Sie hier.

Quelle: Royal Veterinary College