Fachzeitschriften Fortbildungsartikel 16.03.2009

Chylothorax beim Kleintier – Pathophysiologie, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten



ACHTUNG:
Sie möchten an dieser oder einer anderen interaktiven Online Fortbildung teilnehmen?
Alle aktiv zur Verfügung stehenden Lerneinheiten finden Sie in der Rubrik Fortbildungen.

Für Tipps & Infos klicken Sie hier!



Zusammenfassung
Beim Chylothorax handelt es sich um eine komplexe Erkrankung mit vielen verschiedenen Grundursachen. In den meisten Fällen kommt es infolge eines gestörten Lymphflusses im Ductus thoracicus oder eines erhöhten Drucks in der Vena cava cranialis zum Austritt von chylöser Flüssigkeit aus den thorakalen Lymphgefäßen. Bei jedem Patienten mit Chylothorax sollte eine Herzabklärung durchgeführt werden, um Kardiomyopathien, Perikardergüsse, Trikuspidaldysplasien, andere kongenitale Herzerkrankungen, venöse Thromben oder eine Herzwurminfektion abzuklären. Weitere bildgebende Diagnostik (Thoraxröntgen, Ultraschall, CT) ist indiziert, um mögliche mediastinale Massen, Pilzgranulome oder Lungenparenchymerkrankungen darzustellen. Trotz intensiver diagnostischer Auf arbeitung wird bei vielen Patienten keine zugrundeliegende Erkrankung gefunden (sogenannter idiopathischer Chylothorax). Die medizinische Behandlung beinhaltet die Fütterung einer fettarmen Diät und je nach klinischer Indikation regelmäßige Thorakozentesen. Manche Tiere könnten von der Verabreichung eines Somatostatin- Analogons (Octreotid) oder eines Benzopyrons (Rutin) profitieren. Besitzer sollten darüber informiert werden, dass als Komplikation eines chronischen Chylothorax eine prognostisch ungünstige fibrosierende Pleuritis auftreten kann. Bei Patienten mit einem idiopathischen Chylothorax, welche innerhalb einiger Wochen nicht auf die medikamentöse Therapie ansprechen, sollte ein chirurgischer Eingriff vorgenommen werden. Eine Erfolg versprechende chirurgische Option ist die Ligatur des Ductus thoracicus mit gleichzeitiger Perikardektomie nach einer mesenterischen Lymphangiographie.

Schlüsselwörter:
Pleuraerguss, Chylus, fibrosierende Pleuritis, Hund, Katze


Summary
Chylothorax in small animals – pathophysiology, causes and therapy
Chylothorax is a complex disease with many different underlying causes. In most cases, the exudation of chyle from the thoracic lymphatic vessels is due to an abnormal flow in the thoracic duct or due to high pressure in the cranial vena cava. A cardiac work up is warranted in any case with chylothorax to rule out cardiomyopathy, pericardial effusion, tricuspid dysplasia, other congenital abnormalities, venous thrombi and heartworm disease. Diagnostic imaging (thoracic radiographs, ultrasonography, CT) is indicated to look for cranial mediastinal masses, fungal granulomas or pulmonary parenchymal disease. In many animals, the underlying etiology remains undetermined (idiopathic chylothorax) despite extensive diagnostic work-up. Medical management includes a low-fat diet and thoracocentesis, as needed, to relieve dyspnea. Some animals may benefit from somatostatin analogues (octreotide) or benzopyrone drugs (rutin). Owners should be aware of the development of fibrosing pleuritis as a complication of chronic chylothorax. Surgical intervention is warranted in animals with idiopathic chylothorax, which do not respond to medical therapy within a few weeks. The recommended surgical options include thoracic duct ligation with pericardectomy after mesenteric lymphangiography.

Keywords:
pleural effusion, chyle, fibrosing pleuritis, dog, cat

Downloadartikel

Kostenloser Download für Abonnenten!

Sie sind noch kein Abonnent? Hier können Sie sich registrieren.

Weitere Informationen zum Beitrag

© M. & H. Schaper GmbH