Interventionelle Kardiologie bei Erregungsleitungsstörungen des Herzens beim Hund 05.05.2019

Radiofrequenz-Katheterablation

Atrioventrikuläre akzessorische Leitungsbahnen (APs) sind beim Hund selten. Die Behandlung besteht in einer Katheterablation.

Bei dieser Methode werden über einen Herzkatheter die Erregungsleitungsbahnen verödet. Nun wurden APs und ihre Behandlung mittels Radiofrequenz-Katheterablation (RFCA) anhand einer Fallserie von 89 Hunden ausgewertet.

Die klinischen Symptome waren meist unspezifisch. Beim Labrador waren verborgene APs stärker verbreitet als bei anderen Rassen; rechtsseitige APs waren gegenüber linksseitigen vorherrschend. Tachykardie-induzierte Kardiomyopathien lagen bei 46 Prozent der Hunde vor. Diese waren innerhalb eines Monats nach RFCA im Echokardiogramm gar nicht mehr nachweisbar oder erheblich zurückgegangen. Bei 99 Prozent aller behandelten Hunde konnte die AP-Erregungsleitung durch die Katheterablation langfristig unterbunden werden. Komplikationen traten bei fünf Hunden auf. Ein Rezidiv bei drei Hunden konnte durch einen zweiten RFCA-Eingriff behoben werden.

APs beim Hund stellen eine diagnostische Herausforderung dar, da die klinische Symptomatik unspezifisch und der Sinusrhythmus im EKG oft unauffällig sind und die Tachyarrhythmien intermittierend auftreten. Tachykardie-induzierte Kardiomyopathien sind eine häufige Konsequenz und sollten daher bei allen Hunden mit dilatativer Kardiomyopathie ursächlich in Betracht gezogen werden. Gelingt es, den Herzrhythmus zu kontrollieren, so ist die Langzeitprognose für diese Tiere gut. Die Fallserie zeigt, dass die RFCA hier eine sehr zuverlässige Methode mit vorteilhaftem Risikoprofil darstellt.
CHRISTIANE FETZER

Originalpublikation:
Wright KN et al. (2018): Atrioventricular accessory pathways in 89 dogs: Clinical features and outcome after radiofrequency catheter ablation. J Vet Intern Med 32: 1517–1529.
DOI 10.1111/jvim.15248.