Operation | Hund 29.05.2019

Risiko hoch Drei

Eine Studie bestätigt wieder: Eine Kastration erhöht die Inkontinenz-Wahrscheinlichkeit. Und: bestimmte Rassen sind prädisponiert.

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Foto: Holly Michele – Fotolia.com

Nach einer Kastration werden Hündinnen dreimal so häufig inkontinent wie ohne den Eingriff. Dies ist das Ergebnis einer groß angelegten Datenauswertung britischer Wissenschaftler im Rahmen des VetCompass Projekts. Die Daten von 427 Fällen und 1708 Kontrollen bestätigten den bereits in früheren Untersuchungen aufgezeigten Zusammenhang zwischen einer Harninkontinenz und einer vorausgehenden Kastration.

Wann kastrieren?
Neben der Kastration wurden Alter und Körpergewicht als Risikofaktoren für eine Inkontinenz benannt. Wie alt die Hündinnen bei dem Eingriff waren, hatte jedoch keinen Einfluss auf eine spätere Inkontinenz. Allerdings hatte eine amerikanische Studie von 2004 eine höhere Inkontinenzrate bei Hündinnen festgestellt, die mit weniger als drei Monaten kastriert worden waren. Dies konnte VetCompass nicht überprüfen, weil bis auf eine alle teilnehmenden Hündinnen über drei Monate alt waren, als der Eingriff durchgeführt wurde.

Diese Rassen sind gefährdet
Auch in Bezug auf eine Prädisposition bestimmter Rassen für eine Harninkontinenz bestätigte die Datenanalyse frühere Ergebnisse. Ein erhöhtes Risiko habe:
Dobermann, Weimaraner und Boxer. Auch für Vizsla und Irish Setter wird ein erhöhtes Risiko diskutiert.
Weniger häufig als andere Rassen wurden inkontinent: Labrador Retriever, Staffordshire Bullterrier und Shi Tzu. ( VM) 

Falls Sie Ihre Besitzer über die Risiken einer Kastration und mögliche Alternativen aufklären wollen, können Sie dies mit unserer kostenfreien Tierhalterbroschüre "Die Kastration beim Hund: Sinn oder Unsinn?" tun. Am 05. Juni findet darüber hinaus ein virtueller Klassenraum zum Thema "Frühlingsgefühle adé?" statt. Darin erläutert Sandra Göricke-Pesch alle Pro´s und Contras zur Kastration.