Projekt | Niedersachsen 29.01.2018

Streuner werden kostenlos kastriert

Rund zwei Millionen verwilderte Katzen leben auf Deutschlands Straßen, ein Zehntel davon in Niedersachsen. Dort begegnet man dem wachsenden Elend jetzt mit einer Kastrationsaktion.

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Foto: manu - stock.adobe.com

Seit knapp zwei Wochen können Tierheime, Tierschutzvereine und Betreuer von Futterstellen wild lebende Katzen in Niedersachsen kostenfrei kastrieren lassen. Teilnehmende Tierarztpraxen verzichten pro Tier auf 25 Euro der Behandlungsgebühr. Nach der Operation werden die Katzen gechippt und registriert, die Nachpflege übernehmen die Katzenbetreuerinnen. Wie die Tierärztekammer Niedersachsen verlauten lässt ist das Projekt gut angelaufen: Laut der geführten Datenbank wurden bisher über 1000 weibliche Tiere sowie 700 männliche Tiere kastriert.

Eine Änderung der Gebührenordnung gestattet es seit Mitte letzten Jahres, bei der Kastration frei lebender Katzen den einfachen Satz zu unterschreiten. „Wir sehen, wie groß der Bedarf in Niedersachsen ist und dass die Tierheime und Tierschutzvereine oftmals an ihre finanziellen Grenzen bei der Betreuung der Tiere stoßen. Daher leisten wir gerne unseren Beitrag“, sagte Dr. Frank Mergenthal, stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes des Bundes praktizierender Tierärzte, der die Aktion unterstützt.

Ein Fonds für wilde Katzen
Die restlichen Kosten der Kastrationen werden Praxen mit Sitz in Niedersachsen auf Antrag erstattet. Voraussetzung ist, dass die Daten der Katze vor der Behandlung online erfasst werden und dass der berechtigte Überbringer der Katze einen Beleg unterzeichnet. Die Abwicklung des Projektes übernimmt die Tierärztekammer Niedersachsen. Die Gelder für die Abrechnung mit den Tierarztpraxen stammen aus einem Förderfond, den das Agrarministerium mit 200.000 Euro unterstützt. Der Deutsche Tierschutzbund und Tasso e. V. steuern je 15.000 Euro bei. Wie die Tierärztekammer berichtet ist der Fonds aufgrund der großen Nachfrage bereits auf 80.000 Euro geschrumpft. vm