Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift 25.05.2018

The three Rs – background, legal bases and their application in animal experimentation planning in Germany

Die drei Rs – Hintergrund, Rechtsgrundlagen und deren Umsetzung in der Tierversuchsplanung in Deutschland

Summary
In 1959, the scientists William M.S. Russell and Rex L. Burch introduced the three Rs (3Rs) – replacement, reduction and refinement – into the scientific community. They published definitions and descriptions of the general principles for the improvement of animal welfare through the implementation of humane techniques in animal experimentation. The concept of the three 3Rs should replace or reduce distress in laboratory animals. Later, the 3Rs were implemented into the European and German legislation. Every scientist who wants to carry out an experiment involving animals in Germany has to adhere to the German Animal Welfare Act (TierSchG) and the regulations on the welfare of animals used for experiments or for other scientific purposes (Tierschutz-Versuchstierverordnung - TierSchVersV). The law demands and specifies the application of the 3Rs on the development and design of animal experiments: First, the availability of alternatives must be excluded; second, the number of animals used for scientific experiments must be minimised and third, the use of refinement methods shall reduce pain, distress, harm and suffering of animals. The fulfilment of these requirements is compulsory for a project to be authorised. Many institutes, organisations and researchers generate alternative procedures and refinement methods. They provide protocols, training videos or guidance documents in journals, databases or on platforms. Nevertheless, there is a great need for research on the 3Rs. It remains very important to continue to raise consciousness of the implementation of the 3Rs into experimental planning.

Keywords
Animal welfare, German Animal Welfare Act, regulations on the welfare of animals used for experiments or for other scientific purposes, Directive 2010/63/EU

Zusammenfassung
Im Jahr 1959 haben die Wissenschaftler William M.S. Russell und Rex L. Burch die drei Rs (3Rs) – replacement (Vermeidung), reduction (Verminderung) und refinement (Verbesserung) – in die Wissenschaftswelt eingeführt. Sie veröffentlichten Definitionen und Beschreibungen der allgemeinen Grundsätze für die Verbesserung des Tierschutzes durch die Umsetzung von humanen Methoden in Tierversuchen. Das Konzept der 3Rs sollte den Disstress bei den Labortieren vermeiden bzw. reduzieren. Später wurden die 3Rs in die europäische und deutsche Rechtsprechung übernommen. Jeder Wissenschaftler, der in Deutschland Versuche mit Tieren durchführen möchte, muss das deutsche Tierschutzgesetz und die deutsche Tierschutz-Versuchstierverordnung einhalten. Das Recht fordert und spezifiziert die Umsetzung der 3Rs in der Entwicklung und Planung von Tierversuchen: Erstens muss das Vorhandensein von Alternativen ausgeschlossen werden; zweitens muss die Tierzahl der für wissenschaftliche Experimente verwendeten Tiere minimiert werden und drittens soll das Verwenden von Refinement-Methoden die Schmerzen, Leiden und Schäden der Tiere reduzieren. Das Erfüllen dieser Anforderungen ist obligatorisch für die Projektgenehmigung. Viele Einrichtungen, Organisationen und Wissenschaftler entwickeln alternative Verfahren und Refinement-Methoden. Sie bieten zum Beispiel Protokolle, Übungsvideos oder Leitfäden in Zeitschriften, Datenbanken oder auf Plattformen an. Nichtsdestotrotz besteht ein großer Bedarf an der Forschung zu den 3Rs. Es ist sehr wichtig das Bewusstsein für die Umsetzung der 3Rs in die Versuchsplanung beständig zu schärfen.

Schlüsselwörter
Tierschutz, Deutsches Tierschutzgesetz, Tierschutz-Versuchstierverordnung, Richtlinie 2010/63/EU

Downloadartikel

Kostenloser Download

Klicken Sie hier, wenn Sie den Artikel BMTW_OA_17104_Kujawa (539 KB) als PDF herunterladen wollen.

Weitere Informationen zum Beitrag

© Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG